Sonntag, 27. Juni 2004

Nach Tötung des Al-Aksa-Chefs: Israels Armee zieht nach 3 Tagen aus Nablus ab

  • Soldaten töteten insgesamt sieben Palästinenser
  • Palästina-Premier Korei: "Abscheuliches Verbrechen"

Nach drei Tagen hat sich die israelische Armee Sonntag Früh aus Nablus im Westjordanland zurückgezogen. Alle Ziele seien erreicht worden, sagte ein Militärsprecher. Einwohner von Nablus bestätigten den Rückzug. Bei der groß angelegten Militäraktion war der Anführer der radikalen Al-Aksa-Brigaden im Westjordanland zusammen mit sechs weiteren Palästinensern getötet worden.

Israelische Soldaten hatten den wegen Anschlägen in Israel gesuchten Nayef Abu Sharekh am Samstag aufgespürt. Sie warfen Granaten in den Unterschlupf, nachdem sich die Palästinenser israelischen Angaben zufolge nicht ergeben wollten. Unter den Getöteten sind demnach auch die örtlichen Führer der Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad.

Die radikalen Al-Aksa-Brigaden sind eine bewaffnete Fraktion innerhalb der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat. Insgesamt wurden nach Armeeangaben acht Palästinenser bei dem Einsatz in Nablus getötet; nach palästinensischen Angaben kamen sieben ums Leben.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei (Abu Ala) verurteilte die Tötung der Palästinenser. "Das abscheuliche Verbrechen, das palästinensische Freiheitskämpfer traf, belegt Israels Willen zur Fortsetzung seiner Morde". Die Weltgemeinschaft müsse Israel zwingen, sich nicht mehr über das Gesetz zu erheben. Die Al-Aksa-Brigaden drohten in einer Erklärung mit Vergeltung. (apa)

27.6.2004 12:10