Ölpreise sinken weiter! OPEC-Öl Ende der Vorwoche unter 35 Dollar
- Londoner Brent-Preis sinkt auf tiefsten Stand seit Anfang Mai
- Hoher Ölpreis drückt Wirtschaftswachstum
Die Lage am Ölmarkt hat sich heute weiter merklich entspannt. In London erreichte der Ölpreis am Vormittag den niedrigsten Stand seit Anfang Mai. Auch in New York gab der Ölpreis weiter nach. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte am Donnerstag in Beirut eine Anhebung ihrer Ölförderquote um 2 Mio. Fass bis Juli und danach um weitere 500.000 Barrel täglich bis August beschlossen. OPEC-Öl hat darauf bereits vergangenen Freitag um fast einen Dollar nachgegeben. Außerdem sollen auch die steigenden US-Ölvorräte Spekulanten zum Verkauf ihrer Ölvorräte bewegen.
Händler erwarten zwar noch "keinen Kollaps der Preise". Die Marktlage dürfte sich aber weiter entspannen, nachdem die Signale für Investoren eher auf Verkaufen stünden, sagte ein Ölbroker aus London laut Nachrichtenagentur Bloomberg. Der weltweite Ölbedarf wird demnach derzeit ausreichend gedeckt.
Die Londoner Sorte Brent zur Lieferung im Juli sank bis heute Mittag um 47 Cent auf 35,20 Dollar. Der Juli-Kontrakt von Light Crude in New York gab im frühen Handel um 39 Cent auf 38,10 Dollar nach. OPEC-Öl hatte am Freitag nur noch 34,94 Dollar gekostet, um 92 Cent weniger als am Vortag. Im Wochendurchschnitt kostete OPEC-Öl allerdings noch durchschnittlich 36,49 Dollar (nach 36,70 Dollar in der Woche davor), zumal die weltweiten Ölpreise vor dem Treffen zu Wochenbeginn noch Rekordwerte erreicht hatten. Brent war am Dienstag der Vorwoche noch bei 39,12 Dollar gelegen, Light Crude sogar bei 42,33 Dollar das Fass.
Das britischen Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economic Forecasting (OEF) schätzt, dass Öl derzeit mit einem Aufschlag von 8 Dollar je Fass gehandelt wird, weil Terroranschläge oder politische Unruhen zum Ausfall von Öllieferungen führen könnten. Wenn die Befürchtungen nicht eintreten sollten, meinen die Forscher, könnten die Ölpreise daher rasch sinken. Komme es jedoch tatsächlich zu Ausfällen, sei auch ein weiterer Anstieg der Preise auf 50 bis 60 Dollar je Fass nicht auszuschließen.
Hoher Ölpreis hat Auswirkung auf Wirtschaftswachstum
Anhaltend hohe Ölpreise würden nach einer Schätzung der Forscher die weltweite Wirtschaftswachstum merklich beeinträchtigen. Nach der am Montag veröffentlichten Prognose würde ein Ölpreis von 40 Dollar im Jahresdurchschnitt das Wirtschaftswachstum in der Eurozone und den USA heuer um 0,2 Prozent und 2005 um 0,3 Prozent eintrüben. In Japan wird der negative Effekt in diesem Szenario heuer sogar auf 0,5 und 2005 auf ein Prozent geschätzt. Hohe Ölpreise würden die Inflation antreiben und von den Konsumenten als zusätzliche Steuer empfunden, so die Wirtschaftsforscher.
(apa/red)
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