Montag, 7. Juni 2004

Luftangriff der israelischen Armee bei Beirut: Palästinensische Kämpfer als Ziel!

  • Zuvor Rakete auf israelisches Patrouillenboot gefeuert

Israelische Kampfflugzeuge haben nahe der libanesischen Hauptstadt Stellungen einer palästinensischen Untergrundorganisation angegriffen. Die Kampfflugzeuge feuerten mindestens vier Raketen auf die Hügel von Naameh rund acht Kilometer südlich von Beirut ab, wie die libanesischen Behörden mitteilten. Die israelischen Streitkräfte erklärten, der Angriff sei eine Vergeltungsmaßnahme für eine Rakete, die vom Südlibanon aus auf ein Schiff der israelischen Marine abgefeuert worden sei. Auch die libanesische Armee bestätigte die Angriffe.

Die Kampfflugzeuge feuerten Raketen auf alte Stellungen der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) nahe der Ortschaft Naameh, wie ein Vertreter der Organisation sagte. Ein PFLP-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, die Kampfflugzeuge hätten "humanitäre Standorte und eine Klinik" angegriffen. Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen. "Es gab keine Opfer an dem Stützpunkt, da er vor einiger Zeit aufgegeben worden war", hieß es in libanesischen Kreisen.

Israelische Geheimdienstmitarbeiter teilten wenig später mit, dass es sich um "terroristische Ziele" am Stadtrand Beiruts gehandelt habe. Genauere Angaben machten sie zunächst nicht.

Nach Beiruter Regierungsangaben will Libanon Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat einlegen. Es war der erste israelische Luftangriff in unmittelbarer Nähe der libanesischen Hauptstadt, seit Israel vor vier Jahren seine Truppen aus dem Südlibanon abzog.

Rakete hat ihr Ziel verfehlt
Das israelische Militär teilte mit, die auf das Boot abgefeuerte Rakete in der Früh habe ihr Ziel verfehlt und sei ins Meer gestürzt. "Der Staat Israel ist entschlossen, Terrorakte zu unterbinden, die vom Libanon ausgehen und weist die Verantwortung dafür den Regierungen des Libanon und Syriens zu." Der israelische Militärrundfunk berichtete, hinter dem Angriff stecke die libanesische Hisbollah-Miliz. Diese erklärte ihrerseits, es sei ihr nichts über einen Raketenangriff auf ein israelisches Schiff bekannt.

Im Süden Libanons greift die israelische Luftwaffe häufiger Stellungen der Hisbollah an. Insbesondere das Gebiet um die Shebaa-Farmen ist dabei Schauplatz von Kämpfen und Granaten-Beschuss durch die Hisbollah. (apa/red)

7.6.2004 22:10