Auflösung irakischer Milizen: Einigung zwischen Rat und bewaffneten Gruppen
- Mahdi-Miliz von Al Sadr tritt Abkommen aber nicht bei
- Wieder Anschläge auf irakische Polizisten und Beamte
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Die Übergangsregierung des Irak hat sich mit neun der größten Milizen des Landes auf deren Auflösung verständigt. Die Mahdi-Miliz des radikalen schiitischen Klerikers Al Sadr ist dem Abkommen nicht beigetreten. Die Verhandlungen über die landesweite Wiedereingliederung der Milizen und anderer bewaffneter Gruppen seien erfolgreich abgeschlossen worden, erklärte Ministerpräsident Allawi am Montag.
Allawi erklärte, die Milizen der Parteien würden demnächst aufgelöst. Alle anderen bewaffneten Gruppen gälten jetzt schon als illegal. In Anspielung auf die "Mahdi-Armee" sagte er: "Gegen diejenigen, (...) die Gewalt und Rechtlosigkeit wählen, wird hart durchgegriffen." Die im März ausgearbeitete Übergangsverfassung verbietet Milizen. Al Sadr hat zu einem Aufstand gegen die US-geführten Besatzungstruppen aufgerufen. Seine Miliz hatte sich mit US-Soldaten in den vergangenen Wochen heftige Gefechte geliefert, kürzlich hatten sie jedoch in Kufa und dem nahen Najaf einen Waffenstillstand vereinbart.
Keine der neun Milizen hatte die Regierung bekämpft. Alle wurden von gemäßigten politischen Organisationen kontrolliert, die auch in der Regierung vertreten sind. Die USA hatten im vergangenen Jahr vergeblich versucht, eine Auflösung der Milizen zu erreichen.
Mehrere Tote bei neuen Anschläge
Bei einer Serie von Anschlägen auf irakische Polizisten und Beamte sind südlich von Bagdad innerhalb von 24 Stunden vier Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben starben in der Stadt Hilla der Leibwächter eines "hochrangigen Sicherheitsbeamten", ein Polizeioffizier und ein Ingenieur des Elektrizitätswerks. Auch in der nahe gelegenen Stadt Iskandariya wurde ein Polizeioffizier getötet. Ein Attentat auf den Dekan der islamischen Universität von Hilla sei dagegen verhindert worden. In der Nähe seines Hauses konnte die Polizei eine Zehn-Kilo-Bombe entschärfen.
Aufständische haben nördlich von Bagdad einen amerikanischen Soldaten getötet und einen zweiten verletzt. Das berichtete das US-Militär. Demnach hatten Unbekannte einen Armeestützpunkt bei Balad mit Mörsergranaten angegriffen. (apa/red)
