Montag, 7. Juni 2004

Nach Übergriffen auf Mitarbeiter: UNO zieht Personal aus dem Kongo ab
h Übergriffen auf UNO-Mitarbeiter :

  • Ausschreitungen verursachen "beträchtlichen Schaden"
  • Mehr als 100 UN-Fahrzeuge wurden zerstört

Nach den Übergriffen gegen UNO- Mitarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo haben die Vereinten Nationen mit der Evakuierung von Militärbeobachtern und Zivilangestellten begonnen. Insgesamt sollen 200 UNO-Mitarbeiter von Kinshasa aus nach Brazzaville in die benachbarte Republik Kongo gebracht werden.

Laut einem internen Dokument der UN-Mission MONUC soll "nicht unbedingt notwendiges Personal" vorübergehend aus der Demokratischen Republik Kongo abgezogen werden. Dies betreffe "Militärbeobachter, deren Fahrzeuge und Stützpunkte zerstört wurden, Zivilangestellte, deren Ausrüstung und Büroräume zerstört oder geplündert wurden, und Beamte, deren Residenzen vor allem in Kinshasa vollständig geplündert wurden".

Dem MONUC-Dokument zufolge wurden im Verlauf der Ausschreitungen mehr als hundert UN-Fahrzeuge zerstört oder beschädigt; MONUC- Stützpunkte seien mitsamt Ausrüstung in Brand gesteckt oder ausgeraubt worden. Insgesamt sei ein "beträchtlicher Schaden" entstanden.

Die Proteste hatten sich entzündet, nachdem abtrünnige Soldaten am Mittwoch trotz der Präsenz von MONUC-Soldaten die ostkongolesische Stadt Bukavu erobert hatten. Bei den Ausschreitungen waren offiziellen Angaben zufolge zwölf Menschen getötet worden; mehrere von ihnen wurden von UN-Soldaten erschossen. Die UNO hatte bisher 10.800 Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo.

(apa)

7.6.2004 08:44