Cap schießt zurück: Aussagen Haiders und nicht Broukals sind ein Problem
- "Versuch der Kriminalisierung in der NS-Diktion"
- Broukal hat sich bereits entschuldigt
Die Vorwürfe des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (F) gegen den SPÖ-EU-Spitzenkandidaten Hannes Swoboda würden immer noch unentschuldigt im Raum stehen. Nicht die Aussage des SPÖ-Abgeordneten Josef Broukal sei ein Problem, dieser habe sich entschuldigt, sondern die Beschuldigung Haiders, Swoboda sei ein Landesverräter, stellte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap fest. Bei Haiders Aussagen handle es sich um "den Versuch der Kriminalisierung in der NS-Diktion der 30er Jahre".
Es brauche klare Worte der Entschuldigung des Kärntner Landeshauptmannes und auch von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V). Es genüge nicht, dass Schüssel "nur die Nase gerümpft " und Haiders Attacken als "nicht seine Sprache" bezeichnet habe, sich aber offenbar inhaltlich nicht distanziere, meinte Cap.
Dazu, dass die "ÖVP einen gefälschten Brief Swobodas ins Internet gestellt" habe, dass Nationalratspräsident Andreas Khol (V) in den heutigen "Oberösterreichischen Nachrichten" den Februar 1934 mit dem Februar 2000 verglichen habe und Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) im heutigen "profil" Haiders Ausagen zu Swoboda "lediglich als politische Kritik bezeichne", meinte Cap: "Tiefer, schädlicher geht es nicht."
Für Cap steht daher fest: Handlungsbedarf besteht auf der Regierungsseite, nicht auf Seiten der SPÖ. Broukal habe sich entschuldigt, die anderen hätten das noch nicht getan. Er, Cap, hoffe, dass sich Stil und Kultur des Wahlkampfes in seinen letzten Tagen deutlich verbessern. (apa/red)
