Donnerstag, 3. Juni 2004

Wiener Schwarzenbergplatz: Politik-Hick-Hack und doch keine Eröffnungsfeier !

  • Wegen Schlechtwetters sagen Platzgestalter Fest ab
  • FPÖ, Denkmalpfleger beklagen plumpe Laternenpfähle

Kritik von Rathaus-Opposition und Denkmalpflegern wurde am Donnerstag, dem renovierten Schwarzenbergplatz an der Wiener Ringstraße zuteil. Beklagt wurde die mutwillige Beseitigung des "Flairs der kaiserlichen Residenz". FPÖ und ÖVP lieferten einander Wortgefechte, wer für das Erscheinungsbild verantwortlich zeichne. Ebenfalls nicht zum Feiern war den Platzgestaltern zumute: Wegen des schlechten Wetters wurde das für den Abend geplante Eröffnungsfest kurzerhand abgesagt.

Eine Feier hatte zuvor die Österreichische Gesellschaft für Stadtbild- und Denkmalpflege (ÖGSD) in einer Aussendung bereits als "Realitätsverweigerung" bezeichnet. "Durch geschickte Desinformation" habe man das Aussehen des Projektes so lange verborgen gehalten, bis eine Änderung nicht mehr in Frage kam. Man habe "optischer Dissonanz" den Vorzug vor der Restaurierung der historischen Beleuchtungsmasten gegeben. Die Volksvertreter wollten offenbar das Flair der kaiserlichen Residenz "gegen den Charme der Simmeringer Hauptstraße" austauschen.

Kritik an Platzgestaltung von FPÖ
"Die gesamte Platzgestaltung", bedauerten auch die beiden FPÖ-Gemeinderäte Heidemarie Unterreiner und Herbert Madejski in einer Aussendung, "wurde durch die Installation der plumpen Laternen-Pfähle zerstört". Darüber hinaus äußerten sie Unverständnis für Kritik von ÖVP-Klubobmann Mathias Tschirf an der Platzgestaltung: Mit Bernhard Görg (V) finde sich "das schwarze Schaf" in den Reihen der ÖVP, das alle Entscheidungen in den Zeiten der Großen Koalition mitgetragen habe.

Ein Vorwurf, den der Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter nicht auf sich sitzen lassen wollte. Der heutige Zustand weiche vom damaligen Plan erheblich ab. "Ein Mastenwald", so Walter, "war niemals vorgesehen". Schuld daran sei ein "unkoordiniertes Vorgehen" der Magistratsabteilungen und der Wiener Linien.
(apa/red)

3.6.2004 11:01