Brennstoffzellen-Auto "HydroGen3" im Härtetest: Zwischenstopp in Salzburg
- Mit 6.341 Kilometer neuen Langstreckenrekord erreicht
- Prototyp ist bis 11. Juni quer durch Europa unterwegs

Im Rahmen der einzigartigen Langstreckenfahrt des Brennstoffzellen-Fahrzeugs "HydroGen3" durch 14 Länder Europas machte das Wasserstoff-Automobil am Mittwoch auch in Salzburg Station. Opel Austria-Chefin Brigitte Kroll-Thaller begrüßte den Dauerläufer und seine Fahrer bei der Ankunft: "Dass der HydroGen3 bisher alle Strapazen überstanden hat, zeigt, dass General Motors und Opel bei der Entwicklung von serienreifen Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf dem richtigen Weg sind."
Ist ein Brennstoffzellen-Auto alltagstauglich? Die Antwort auf diese Frage soll der "Opel Fuel Cell Marathon" liefern: Seit 3. Mai ist HydroGen3, der Prototyp eines mit Wasserstoff betriebenen Opel Zafira, von Hammerfest in Norwegen nach Cabo da Roco in Portugal unterwegs. Auf der rund 10.000 Kilometer langen Strecke machte das Automobil heute, Mittwoch, Zwischenstation in der Mozartstadt. "Wir wollen dokumentieren, dass die Brennstoffzellen-Technologie straßentauglich ist", sagte Norbert Sattler, Pressesprecher der Opel Austria Vertrieb GmbH.
Langstreckenrekord: 6.000 Kilometer
Am 11. Juni soll das Fahrzeug sein Ziel erreichen. Bisher sei alles nach Plan verlaufen, berichteten die Organisatoren in Salzburg. Rund 6.000 Kilometer hat HydroGen3 bisher zurückgelegt und damit einen neuen Langstrecken-Rekord aufgestellt. Nächste Station auf der Marathon-Fahrt ist Turin. Startet man das Wasserstoff-Auto, fällt vor allem eines auf: Es fährt fast lautlos, aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.
Hoher Wirkungsgrad und Schadstoff-Freiheit
Der Transportsektor sei zu 98 Prozent von Erdöl abhängig. Angesichts der Entwicklung der Weltbevölkerung und des steigenden Mobilitätsbedarfs müsse man intensiv an Alternativen arbeiten, sagte Lars-Peter Thiesen, Kommunikationsverantwortlicher von Opel GM für den Bereich Brennstoffzelle. Wasserstoff sei die beste Alternative, ist Thiesen überzeugt. Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff mit Luftsauerstoff in elektrische Energie um, erläuterte der Firmensprecher. Vorteile dieser innovativen Technologie seien der hohe Wirkungsgrad und die Schadstoff-Freiheit.
Der HydroGen3 wird von einem 60 kW/82 PS starken Elektromotor angetrieben, den die Brennstoffzelle mit Energie versorgt. Laut Angaben der Hersteller erreicht das Fahrzeug in 16 Sekunden Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.
Eine Tankfüllung reicht für 400 Kilometer
Der flüssige Wasserstoff für das Fahrzeug kommt von der Linde AG aus Wiesbaden. Das Unternehmen hat auch eine mobile Flüssigwasserstoff-Tankstelle entwickelt, um den Wagen während des Europa-Marathons mit emissionsfreiem Treibstoff versorgen zu können. Ein Tankvorgang dauert etwa drei Minuten und reicht für rund 400 Kilometer. Linde betreibt Deutschlands einzige Wasserstoff-Verflüssigungsanlage und ist in zahlreichen Projekten Partner der Automobilindustrie. Man begleite Kunden bei anwendungsspezifischen Entwicklungen, sagte Rainer Gödl, Bereichsvorstand von Linde Gas zur APA.
Markteinführung voraussichtlich 2006
Auf dem Markt ist das Brennstoffzellen-Auto derzeit noch nicht. Sattler nannte 2008 als Ziel. Es gehe noch darum, die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Thiese erklärte, dass ein Brennstoffzellen-Auto nicht mehr als ein Fahrzeug mit herkömmlichen Antrieb kosten solle. Wichtig sei auch, dass die nötige Infrastruktur für Tankstellen aufgebaut werde. Da sei die Politik gefordert, meinte Sattler. (apa/red)
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