Die grosse NEWS-Runde zum neuen Liga-TV-vertrag

So will Premiere-Chef Georg Kofler den österreichischen Fußball aufwerten.
Und so will ihm Frank Stronach dabei helfen.
Die Chemie zwischen den zwei Herren stimmt auf Anhieb, obwohl sie sich an diesem Dienstagnachmittag das allererste Mal persönlich treffen: Frank Stronach, 71, austrokanadischer Selfmade-Milliardär, und Georg Kofler, 47, einer der mächtigsten Medienmanager Europas. Und das nicht nur, weil Kofler, selbst begeisterter Golfspieler mit einer privaten 9-Loch-Anlage im Norden Mallorcas, angesichts des mondänen Fontana-Golfclubs in Oberwaltersdorf regelrecht ins Schwärmen gerät: Allein die Driving Range hier ist unglaublich, wirklich einzigartig.
Fußball-Revolution.
Der Anlass für das Zusammentreffen: NEWS hatte Stronach und Kofler gemeinsam mit Rapid-Präsident Rudolf Edlinger und Sturm-Zampano Hannes Kartnig zum großen Fußballgipfel gebeten. Denn am 19. Mai zündete Kofler als Chef des Abo-TV-Senders Premiere bei einer Präsidentenkonferenz der Österreichischen Fußball-Bundesliga eine Bombe, die den rotweißroten Profi-Kick in den nächsten Jahren in jedem Fall grundlegend verändern wird.
14. Juli setzt Premiere Austria nicht nur alle Spiele der T-Mobile Bundesliga, sondern auch alle Begegnungen der Red Zac Erste Liga live ins Bild zum Teil in Form von Konferenzschaltungen, die für das österreichische TV-Fußballpublikum völliges Neuland bedeuten.
Das neue Fußball-Schlaraffenland für Hardcore-Fans hat nur einen kleinen Haken: Im Unterschied zu früher müssen TV-Konsumenten in Zukunft für
die Live-Matches extra bezahlen. Exakt 9,90 Euro kostet ein Premiere-Abo monatlich. Gebührenfrei sind pro Saison ab sofort nur mehr vier Live-Spiele (zum Saisonstart, zu Beginn der Rückrunde und im Meisterschaftsfinish), die Premiere an ATVplus abtritt.
Neues Zeitalter.
Ein Schnäppchen, findet Premiere-Chef Kofler und findet dabei sofort Unterstützung bei Rapid-Boss Edlinger, als ehrenamtlicher Präsident des Wiener Pensionistenverbandes immerhin den Geldbörseln der kleinen Leute verpflichtet: Die ORF-Monatsgebühr beträgt heute im Schnitt rund 20 Euro. Und für dieses Geld hat man bisher ja nur ein einziges Live-Spiel pro Runde gesehen.
Obwohl sich Sturm-Zampano Kartnig beim NEWS-Fußballgipfel selbst als langjähriger Premiere-Abonnent outet, bleibt er gegenüber dem neuen Fußball-TV-Zeitalter mehr als skeptisch: Die Österreicher wollen alles geschenkt haben, das ist halt ihre Mentalität. Die werden sich dieses Kastl nicht leisten. Und mir laufen wegen der geringeren Reichweiten von Premiere und ATVplus die Sponsoren davon. Unterm Strich bleibt mir von den zusätzlichen Millionen nichts übrig.
Kartnig bleibt dabei: Er will einen Sonderdeal für Sturm mit dem ORF abschließen. Seine Frage, ob Premiere dann noch immer zum 42-Millionen-Angebot steht, wird von Kofler umgehend mit Ja beantwortet: Auch Sie werden bald merken, welche Entwicklungschancen sich für den österreichischen Fußball durch unser Engagement eröffnen. Keiner kann Fußballspiele im Fernsehen besser in Szene setzen als Premiere. Überall, wo wir in den Markt gegangen sind, gibts heute mehr Interesse für den Fußball, bei den Fans genauso wie bei den Sponsoren.
Vordenker Stronach. Bei Liga-Präsident Stronach findet der smarte Medienmanager mit Südtiroler Stammbaum, der sich aus kleinen Verhältnissen zum Helden des privaten Fernsehschaffens (Manager Magazin) hochgearbeitet hat, jedenfalls offene Ohren: Monopole sind immer schlecht, Konkurrenz dagegen belebt das Geschäft. Und wenn es ein um so viel besseres Angebot gibt, dann kann man das nicht einfach ablehnen. Bei der Präsidentenkonferenz vor zwei Wochen hatte Stronach-Intimus und Austria-Vizepräsident Andreas Rudas als Einziger neben Kartnig gegen den Premiere-Deal gestimmt. Beim NEWS-Fußballgipfel stellt Stronach nun unmissverständlich fest: Wär ich damals in Österreich gewesen, hätte auch die Austria dafür gestimmt.
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