Mittwoch, 2. Juni 2004

Terrorangst treibt Öl auf neuen Rekord: Ein Fass kostet bereits 42,33 Dollar!!

  • EU-Minister fürchten um das Wirtschaftswachstum
  • VAE werden im Juni 400.000 Fass zusätzlich fördern

Der Ölpreis sorgt fast täglich für neue Rekorde: Die verherrenden Terroranschläge in Saudi-Arabien treiben den Preis in die Höhe. An der wichtigsten Ölbörse der Welt in New York wurde die Rekordmarke von 42,33 Dollar (34,6 Euro) pro Fass erreicht! Das ist der höchste Stand seit 20 Jahren. Trotzdem rechnen viele Banken mittelfristig mit fallenden Ölpreisen. Die EU-Finanzminister machen sich jedoch sorgen um die Erholung des weltweiten Konjunktur. Unterdessen haben die Vereinigten Arabischen Emirate auf die angespannte Situation reagiert: Sie werden im Juni zusätzliche 400.000 Fass Erdöl pro Tag produzieren.

Mit den Ölpreisen soll es in absehbarer Zeit wieder runter gehen. Nach einer Umfrage der Zeitung "Financial Times Deutschland" bei 28 Kreditinstituten erwarten die Geldhäuser in drei Monaten einen Preis von rund 37 Dollar pro Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI). In sechs Monaten soll der Preis bei rund 35 Dollar liegen, noch ein halbes Jahr später bei rund 32,50 Dollar. Als Grund dafür nennen die Banken die Aussicht auf eine leichte Abschwächung der globalen Nachfrage ab dem zweiten Halbjahr sowie eine Abkühlung der Konjunktur in China - einer der stärksten Käufer von Rohöl.

Treibstoffpreise in Deutschland auf Höchststand
Der Preisanstieg beim Öl hatte die Teuerungsrate in Deutschland im Mai mit 2,1 Prozent auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren getrieben. Benzin und Diesel waren im Mai deutlich teurer geworden: Superbenzin kostete im Durchschnitt 1,186 Euro und damit 5,2 Cent mehr als im April. Diesel lag bei 94,8 Cent, das sind 3,6 Cent mehr, wie der Mineralölwirtschaftsverband in Hamburg mitteilte.

EU befürchtet Negativeffekt auf das Wirtschaftswachstum
Der anhaltend hohe Ölpreis könnte sich nach Ansicht der EU-Kommission negativ auf das Wirtschaftswachstum in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union auswirken. Wenn sich der aktuelle Ölpreis von 40 Dollar und der Eurokurs nicht veränderten, könnte das Wachstum 0,2 Prozent niedriger ausfallen.

VAE fördern 400.000 zusätzliche Fass Erdöl
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werden im Juni zusätzliche 400.000 Fass Erdöl pro Tag produzieren. Es ist neben Saudiarabien das einzige OPEC-Land mit nennenswerten Förderkapazitäten, die mit der bisherigen Förderquote nicht ausgeschöpft sind.

OPEC sollte Gesamtförderung um mehr als 2 Mio. Fass erhöhen
VAE-Ölminister Obaid el Nasseri sprach sich am Mittwoch zugleich dafür aus, dass die Organisation Erdöl produzierender Länder (OPEC) ihre Gesamtförderung um mehr als zwei Mio. bpd erhöht. Die Fachminister der Organisation überprüfen am Donnerstag in der libanesischen Hauptstadt Beirut die Opec-Förderquoten. (apa)

2.6.2004 10:07