Terrorangst im Ölland Saudi-Arabien: Ölpreise steigen um fast zwei Dollar!!
- Ölpreis-Anstieg gefährdet Erholung der Weltwirtschaft
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Reaktion auf saudi-arabische Geiselnahme
·NEWS: Ist Öl bald doppelt so teuer?
Saudi-Öl-Chef im Talk:
"Noch ist genug Öl da"
Der Ölpreis steigt und steigt und ein Ende ist nicht abzusehen: Die Angst vor weiteren Terroranschlägen in Saudi-Arabien, dem größten Exportland der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), treibt die Ölpreise weiter nach oben. Die Erdöl-Verbraucherstaaten sehen diese Entwicklung mit wachsender Sorge, denn der hohe Ölpreis könnte sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Am Wochenende waren in der saudiarabischen Öl-Stadt El Chobar 22 Menschen bei einer Geiselnahme getötet worden. Der Anschlag gilt als Warnhinweis auf die Verletzbarkeit der Ölvorsorge.
Nach dem Anschlag mutmaßlicher El-Kaida-Extremisten in Saudi-Arabien haben Befürchtungen vor Lieferengpässen des weltgrößten Erdölexporteurs die Ölpreise um fast zwei Dollar steigen lassen. Analysten sagten, es sei zu erwarten, dass der Anschlag der Beginn einer konzertierten El-Kaida-Offensive zur Störung der Öllieferungen aus Saudi-Arabien sei. Die Ölpreise könnten damit weiter steigen und die Erholung der Weltwirtschaft gefährden. In New York kletterte der Ölpreis erstmals über 42 Dollar pro Barrel.
Auswirkungen auf Wirschaftswachstum
Die Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die Konjunkturerholung werden in den Erdöl-Verbraucherstaaten mit wachsender Sorge gesehen: Der anhaltend hohe Ölpreis könnte sich nach Ansicht der EU-Kommission negativ auf das Wirtschaftswachstum in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union auswirken. Die im April abgegebene Prognose von 1,7 Prozent Wachstum in der Eurozone in diesem Jahr beruhte auf einem Ölpreis von etwa 31 Dollar pro Barrel - in den letzten Wochen schwankte dieser Preis jedoch um die 40 Dollar. EU-Kommissionssprecher Gerassimos Thomas sagte am Dienstag, der relativ starke Euro habe die Auswirkungen des hohen Ölpreises zwar abgemildert. Dennoch sei es möglich, dass die Prognose um 0,2 Prozentpunkte gesenkt werden müsse. Um den hohen Ölpreis sollte es auch bei einem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstagabend in Brüssel gehen.
Der Preis für die führende Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Juli stieg am ersten Handelstag nach dem Anschlag vom Wochenende um bis zu 1,90 Dollar auf 38,50 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter). Leichtes US-Öl verteuerte sich um 1,67 Dollar auf 41,55 Dollar pro Barrel. Die Ölmärkte in London und New York waren am Montag feiertagsbedingt geschlossen.
Terror-Eskalation in Saudi-Arabien
"Das ist die schlimmste Terror-Eskalation in Saudi-Arabien, die wir je erlebt haben", sagte der Londoner Energie-Analyst Geoff Pyne mit Blick auf den Anschlag von Samstag. El Kaida meine es offensichtlich ernst und werde wohl wieder angreifen. Die Extremisten-Organisation hat die Ölindustrie des Opec-Mitglieds Saudi-Arabien zum Angriffsziel erklärt, mit dem sie westliche Staaten, allen voran die USA, treffen will.
Anschlag in Chobar als Warnung
Am Wochenende waren in der saudiarabischen Öl-Stadt El Chobar 22 Menschen bei einer Geiselnahme getötet worden. Der Anschlag sei ein sehr deutlicher Warnhinweis auf die Verletzbarkeit der Ölversorgung in einer ohnehin schon durch Engpässe gespannten Situation, sagte Branchenexperte David Thurtell von der Commonwealth Bank Australien. 22 Zivilisten waren bei dem Überfall und der anschließenden Geiselnahme getötet worden. Im Internet bekannte sich die El Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zu der Tat und drohte mit weiterer Gewalt. (apa)
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