Bei Fiat beginnt die Ära Montezemolo: Aufsichtsrat tagt unter neuer Leitung
- Supermanager Marchionne als neuer Geschäftsführer?
- Agnelli-Sohn Andrea tritt ebenfalls Aufsichtsrat bei
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Zahlreiches Todesfälle überschatten Dynastie
Bei Fiat beginnt nun die Ära von Luca Cordero di Montezemolo. Heute tagt erstmals der neue Aufsichtsrat unter der Leitung des 57-jährigen Ferrari-Chefs, der nach dem Tod des Fiat-Präsidenten Umberto Agnelli das Steuer der Turiner Autogruppe übernommen hat. An seiner Seite wird der "Kronprinz" der einflussreichen Unternehmerdynastie Agnelli, der 28-jährige John Philip Elkann, sitzen, der zum Präsidenten der Autogruppe aufgerückt ist.
Im Fiat-Aufsichtsrat sitzt erstmals auch Umberto Agnellis Sohn Andrea. Der 28-Jährige, der in Lausanne bei Philip Morris arbeitet, ist der letzte männliche Erbe des einflussreichen Industriellenclans, der den Familiennamen Agnelli trägt. Zum Präsidenten der Kommanditgesellschaft, dank der die Familie Agnelli Fiat kontrolliert, wurde am Sonntag der Finanzier Gianluigi Gabetti ernannt, ein enger Freund der Unternehmerdynastie.
Laut Medienberichten wird Montezemolo den Nachfolger des zurückgetretenen Fiat-Geschäftsführers, Giuseppe Morchio, ernennen. CEO Morchio war aus Protest gegen Montezemolos Ernennung zum Präsidenten der Fiat-Gruppe zurückgetreten. Morchio hätte selbst zum Präsidenten der Gruppe aufrücken wollen, die Familie Agnelli hatte jedoch den erfolgreichen Montezemolo, seit fünf Tagen Präsident des einflussreichen Industriellenverbands Confindustria, bevorzugt, der der Familie Agnelli näher steht.
Supermanager als neuer Geschäftsführer
Der italienisch-kanadische Manager Sergio Marchionne ist nach Angaben italienischer Medien der aussichtsreichste Nachfolger Morchios. Der 52-jährige Marchionne, der seit 2003 im Fiat-Aufsichtsrat sitzt und Mitglied des internen Kontrollausschusses des Konzerns ist, ist bei Fiat ein alter Bekannter, hat jedoch auch eine große internationale Erfahrung.
Der Steuerberater und Rechtsanwalt ist seit 2002 Geschäftsführer des weltweit größten Warenprüfungs- und Inspektionskonzerns SGS mit Sitz in Genf, an dem sich Fiats Finanzholding IFIL beteiligt. Unter seiner Leitung wurde die Gesellschaft in London an die Börse gebracht. SGS beschäftigt weltweit 36.000 Personen. Zuvor hatte er für die Buchprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche in Kanada gearbeitet. Später rückte er zum Entwicklungsmanager der Lawson Mardon Group in Toronto auf. 1994 war er zur Lonza Group LTD gewechselt. (apa/red)
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