31.5.2004 16:52

French Open-Finale: Gaudio holt sich nach über dreieinhalb Stunden Grand-Slam-Sieg

  • Nach über dreieinhalb Stunden 0:6, 3:6, 6:4, 6:1, 8:6
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Im ersten rein argentinischen Finale der Grand-Slam-Geschichte lieferten einander Gaston Gaudio (25) und Guillermo Coria (22) dreieinhalb Stunden lang einen packenden Kampf, den der ungesetzte Gaudio schließlich 0:6,3:6,6:4,6:1,8:6 für sich entschied. Gaudio sorgte für den ersten argentinischen Grand-Slam-Sieg seit 1979, damals hatte Guillermo Vilas die Australian Open gewonnen. Vilas war auch der bis Sonntag letzte argentinische Roland-Garros-Sieger gewesen (1977).

Das Finale, im Vorfeld als "letzter Tango" bezeichnet, hatte alles zu bieten. Der an Nummer drei gesetzte und klar favorisierte Coria startete im Eilzugstempo und brauste über Gaudio hinweg. Nach 24 Minuten gewann Coria den ersten Satz 6:0, nach 37 weiteren Minute gewann er Satz Nummer zwei 6:3. Gaudio, der seine Nerven nicht in den Griff bringen konnte, wechselte mehrmals den Schläger und kämpfte sich unterstützt vom Publikum zurück ins Spiel.

Der erste ungesetzte French-Open-Triumphator seit Gustavo Kuerten (1997) holte sich den dritten Set 6:4, ehe Anfang des vierten Satzes das Spiel vorbei zu sein schien. Beim Stand von 1:1 musste Coria eine Verletzungspause nehmen, eine Blessur in der linken Wade machte dem jüngeren der beiden Argentinier schwer zu schaffen. Coria spielte zwar weiter, gab jedoch den Satz beinahe kampflos 1:6 ab.

Gaudio gab sich in keiner Phase des Spiels geschlagen
Anfang des entscheidenden Satzes kam Coria aber wieder tänzelnd und hoch motiviert auf den Platz und fightete sich zurück. Coria führte 3:1 und 4:2, Gaudio schaffte jedoch das Rebreak zum 4:4. Es folgten vier weitere Breaks, beim Stand von 6:5 vergab Coria sogar zwei Matchbälle. Gaudio brachte seinen Aufschlag zum 7:6 durch und schaffte im Anschluss daran das entscheidende Break zum 8:6.

Siegerehrung unter Tränen
Bei der Siegerehrung, zu der auch die argentinische Legende Vilas am Platz erschien, bedankte sich Gaudio bei seiner Familie und brach in Tränen aus. "Seit meiner Kindheit war ein Sieg in Paris mein großer Traum", erklärte der überwältigte Gaudio, der gestand: "In den ersten beiden Sätzen hatte ich Angst, die Atmosphäre war zu viel für mich." Gaudio hatte für den Verlierer tröstende Worte parat: "Ich bin mir sicher, dass er nächstes Jahr hier gewinnen wird."

Für Coria, den derzeit besten Sandplatzspieler der Welt, war es die bitterste Stunde seiner Karriere und erst die zweite Niederlage auf seinem Lieblingsbelag innerhalb eines Jahres. Zuletzt hatte Coria das Finale von Hamburg gegen Roger Federer verloren. Neben Silberpokal und 860.000 Euro Preisgeld kassierte Gaudio 200 Punkte für das Champions Race und rückt in der Jahreswertung auf Platz vier vor. Coria ist neuer Zweiter hinter Weltmeister Federer aus der Schweiz.
(apa/red)

31.5.2004 16:52
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