Fischler über EU-Wahlkampf verärgert:
"Das hat sich Europa nicht verdient"
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Nur noch 18 statt 21 Mandate für Österreich
Jetzt hat sich auch EU-Kommissar Franz Fischler in die Diskussion um Hannes Swoboda eingeschaltet. "Ungeheuerlich" seien die Aussagen Jörg Haiders in Bezug auf den SP-Kandidaten. Auch der Grasser-Vorschlag in Sachen Stabilitätspakt stößt Fischler sauer auf. "Aus dem Munde eines Regierungs-Mitglieds eine untragbare Äußerung, die an einen Rückfall ins Mittelalter erinnert."
"Ich welcher Welt leben wir eigentlich", echauffiert sich Fischler, "manchmal habe ich den Eindruck, in Österreich konzipieren viele ihre Europapolitik im Biedermeierstübchen."
Europa sei einfach wichtiger, als dass man es auf einen Brief aus der Vergangenheit reduziere. Und Fischler betonte: obwohl Swoboda nicht seiner Partei angehöre, sei er doch der Meinung, dass "ein gewisses Mindestmaß an Fairness einfach herrschen muss".
Wie der EU-Wahlkampf in Österreich derzeit gestaltet werde, sei zudem eigentlich etwas, "was sich Europa nicht verdient hat". Die behandelten Themen entsprächen nicht der Realität. Aus Sicht Fischers gehe es um folgende Fragen: Beschäftigung, Umwelt, was in der künftigen Verfassung stehen werde und wie man den Bauern eine Zukunft geben könnte. Diese Themen würden nicht nur in Österreich jeden berühren, sondern in der gesamten Union.
Zu der Prodi-Nachfolge als Kommissions-Präsident meinte Fischler: "Mich hat keiner gefragt. Und ich gehe davon aus, dass mich auch keiner fragen wird." Für den Fall des Falles meinte er, könne man dazu "eigentlich gar nicht nein sagen".
Schüssel: "Virtuelle Diskussion"
Kanzler Schüssel will indes die "Causa Swoboda" nicht weiter kommentieren. An der "virtuellen Diskussion" wolle er sich nicht mehr beteiligen. Ganz anders Finanzminister Grasser. Er frage sich, was denn Fischler selbst für eine pro-europäische Stimmung getan habe. "Man sollte sein Ohr nahe beim Volk haben" auch wenn man überregional tätig sei, empfahl Grasser Fischler.
(apa/red)
