Dienstag, 1. Juni 2004

Martin gießt wieder Öl ins Feuer:
"Swoboda ging es immer nur um die Partei"

  • "Richtige Schadenfreude" bei den Sanktionen
  • Swoboda für Martin "unwürdigster aller Kandidaten"

Hans-Peter Martin, unabhängiger Kandidat für die EU-Wahl, schießt weiter scharf gegen Hannes Swoboda und die Rolle der SPÖ während der Sanktionszeiten."Bei den Sanktionen habe ich Swoboda live erlebt. Da war richtige Schadenfreude dabei. Es ging ihm nicht um Österreich. Es ging immer nur um seine Partei."

Martin hält Swoboda in der Mittwoch-Ausgabe des "Standard" zwar nicht für einen Vaterlandsverräter, wie dies der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gesagt hatte. Aus seiner Sicht ist der SPÖ-Spitzenkandidat aber "der unglaubwürdigste aller Kandidaten - in hartem Wettbewerb mit (FPÖ-Spitzenkandidat) Hans Kronberger. Ich kenne keinen anderen unter den österreichischen Abgeordneten, der den Türkeibeitritt positiver sieht als Swoboda. Es ist auch so weit weg von der Neutralität - wenn man es auf Österreich bezieht - wie der Bodensee vom Neusiedler See."

Das Verhalten der SPÖ während der Zeit der Sanktionen war für Martin generell "inakzeptabel". Der damalige Bundeskanzler Viktor Klima "hat sich bei mir am Telefon gemeldet und keinen Zweifel daran gelassen, dass er bei der Vorbereitung der Sanktionen voll eingebunden war. Zu mir hat er beschwörend gemeint: 'Du wirst doch nichts davon sagen.'"

Für sein relativ langes Verbleiben bei den Sozialdemokraten hat Martin auch eine Erklärung: "Dass ich trotzdem so lange bei den Sozialdemokraten ausharrte, folgte einem Konzept: Mir ging es darum, möglichst viel Material zu sammeln, um zu verhindern, dass sich Wähler so missbrauchen lassen, wie ich mich missbrauchen habe lassen und auch missbraucht wurde. Auch wenn man gemobbt wurde wie ich, speziell von Funktionären der Wiener SPÖ, sollte man dennoch nicht gleich alles hinschmeißen, weil man dann dem Vertrauen des Wählers gar nicht mehr entsprechen kann."
(apa/red)
(apa/red)

1.6.2004 18:04