Sesselrücken bei der ÖVP: Geht Schüssel nach Brüssel, wird Molterer Bundeskanzler!
- ÖVP-Chef weiter als Nachfolger von EU-Präsident Prodi im Gespräch. Entscheidung fällt nach Wahl am 13. Juni
·'Schüssel ist Top-Kandidat für Brüssel'
NEWS-Interview mit dem Chef der EU-Konservativen
·Mock für Schüssel als EU-Präsident!
NEWS: "Brüssel muss Priorität haben!"
Für den Fall dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel dem Ruf nach Brüssel folgt und die Nachfolge von Romano Prodi als EU-Kommisionspräsident antritt, wären größere Regierungsumbildungen notwendig. Die ÖVP hat anscheinend schon einen Nachfolger parat: Klubobmann Wilhelm Molterer wird als möglicher Nachfolger für das Amt des Bundeskanzlers genannt. Erwin Pröll ist als Kandidat ausgeschieden.
Das berichtet die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Dienstagsausgabe. Daran, dass Schüssel den Posten des EU-Kommissionspräsidenten annehmen würde, wenn es wirklich soweit kommen würde, zweifelt niemand in der VP-Spitze: Ein Nein würde Schüssel als unpatriotisch angerechnet werden. Auf welcher Basis die neuen Spekulationen beruhen, ist aber ungewiss. Um die Chancen Schüssels auf die Spitzenposition in der EU war es zuletzt sehr ruhig geworden. Das würde die ÖVP jedoch zufrieden stellen, schreibt die Presse, denn es nimmt den Druck von Schüssel.
Entscheidung erst nach EU-Wahl
Wer tatsächlich den amtierenden Romano Prodi beerben wird, hängt aber wohl von den EU-Wahlen am 13. Juni ab: Die Chancen des belgischen Regierungschefs Guy Verhofstadt und des irischen Parlamentspräsidenten Pat Cox, beide Liberale, stehen dann gut, wenn das Wahlergebnis ein Patt von Sozialdemokraten und Konservativen bringt. Gewinnen aber die Konservativen würden Schüssel Aktien steigen.
Keine Chance für Pröll
Intern wäre die Nachfolgefrage in Österreich aber bereits gelöst: VP-Spitzenpolitiker sind überzeugt, dass Klubobmann Wilhelm Molterer Erbe Schüssels werden würde. Der Niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll ist als möglicher Kanzlerkandidat ausgeschiden. Er wird von etlichen anderen Länderorganisationen nicht gerne gesehen, auch hätte er keinen Rückhalt aus den ÖVP-Bünden. Pröll würde insbesondere bei der FPÖ höchste Alarmstufe auslösen, da er mit ihr meist im Clinch liegt und ein Verfechter der großen Koalition ist.
Regierungsumbildungen notwendig
Wenn Molterer tatsächlich Kanzler wird, würde auch eine größere Regierungsumsbildung anstehen. Gerüchte über mögliche Ablösungen von Ministern und Staatssekretären kursieren aber auch abseits der Spekulationen um eine Schüssel-Nachfolge - und zwar in beiden Koalitionsparteien.
