Trauer um Ex-Präsidenten: Staatsbegräbnis für Ronald Reagan in Washington
- Regierungschefs aus aller Welt nahmen Abschied
- Plus: Sein Leben in Bildern, Zitate und Reaktionen!
·Letzte Ehre für Ronald Reagan!
Die BILDER vom Begräbnis in Kalifornien
·Ronald Reagan: Seine Biographie
Die Bilder aus dem Leben des Ex-US-Präsidenten
·Die berühmtesten Zitate Reagans
"Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!"
·REAKTIONEN auf den Tod von Reagan!
Bush: 'Großer Amerikaner'; Arnie: "Tiefe Trauer"
Im Beisein zehntausender Trauergäste, fand am Freitag in Washington der Staatsakt für den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan statt. Seine Witwe Nancy küsste den mit der Nationalflagge bedeckten Sarg, bevor dieser aus dem Kapitol getragen wurde. Von dort wurde er in einem Konvoi in die National Cathedral gebracht, wo bereits zahlreiche in- und ausländische Würdenträger Platz genommen hatten.
Begleitet von 21 Salutschüssen trugen Soldaten aller Truppengattungen den Sarg Reagans aus dem Kuppelsaal des Kapitols, wo mehr als 104.000 Menschen am aufgebahrten Leichnam des früheren Präsidenten vorbeidefiliert waren.
In einem Trauerzug wurde der Sarg durch Nieselregen vom Kapitolshügel durch Washingtons Innenstadt in die Nationalkathedrale gebracht. Dort gedachten rund 4000 Trauergäste des Verstorbenen, unter ihnen der amtierende US-Präsident George W. Bush und alle vier noch lebenden früheren Präsidenten.
Präsident Bush hatte den Freitag zum nationalen Trauertag erklärt. Die meisten Regierungsbehörden blieben geschlossen, auch die Finanzmärkte setzten ihre Arbeit aus. Der Präsident empfing Reagans Witwe Nancy zum Auftakt der Abschiedszeremonie in der Nationalkathedrale und führte sie mit umgelegtem Arm zu ihrem Platz. Bush würdigte Reagan als großen Politiker und Amerikaner. Reagan habe die Freiheit verteidigt, wo immer sie gefährdet gewesen sei.
Ferrero-Waldner würdigt Reagan zum Fall des Kommunismus
Zu den 4000 geladenen Trauergästen in dem neogothischen Kirchenschiff, das mit den Flaggen der 50 US-Bundesstaaten geschmückt war, zählten Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Kollegen aus Großbritannien und Italien, Tony Blair und Silvio Berlusconi, sowie UNO-Generalsekretär Kofi Annan, Prinz Charles und der irakische Präsident Ghazi al Yawar.
Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V), die Österreich bei den Trauerfeiern in Washington vertrat, würdigte gegenüber dem ORF-Radio den Beitrag des Verstorbenen zum Fall des Kommunismus.
Zu den Trauernden wollte die Richterin vom Obersten Gericht, Sandra Day O'Connor, sprechen. Auch Präsident Bush, sein Vater und Vorvorgänger George Bush, die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher und der frühere kanadische Premier Brian Mulroney wollten den Verstorbenen mit einer Ansprache ehren.
In einer stillen Geste hatte Reagans Witwe Nancy zuvor in der Rotunde des Kapitols Abschied von ihrem Mann genommen. Die 82-Jährige küsste den mit der US-Flagge bedeckten Sarg und flüsterte einige letzte Worte. Begleitet von der Präsidentenhymne "Hail to the Chief" wurde der Sarg dann die Freitreppe des Kapitolshügels heruntergetragen, an deren Fuß Reagans noch lebende Kinder Patti Davis sowie Michael und Ron Reagan warteten.
Über 100.000 nahmen Abschied
Zuvor hatten mehr als 104.000 Menschen Abschied vom 40. Präsidenten der Vereinigten Staaten genommen. Die Trauernden zogen an Reagans Sarg in der Rotunde des Kapitols vorbei. Auch Politiker erwiesen dem Ex-Präsidenten inmitten der Menschenmassen ihre Referenz: US-Präsident Bush und seine Frau Laura verneigten sich vor dem Sarg und legten ihre Hände auf die Fahne. Zu den prominenten Besuchern im Kapitol zählten auch der irakische Übergangspräsident Yawar, der ehemalige sowjetische Staatschef Miachail Gorbatschow und ein mit traditionellem Kopfschmuck gekleideter Sioux-Führer.
Anfang der Woche waren im kalifornischen Simi Valley bereits mehr als 100.000 Menschen am Sarg vorbeigezogen. Dort sollte Reagan am Freitag in einer privaten Zeremonie bei Sonnenuntergang auf dem Gelände der Reagan-Präsidentenbibliothek zur letzten Ruhe gebettet werden.
Der überzeugte Antikommunist Reagan hatte die USA von 1981 bis 1989 regiert. Am Samstag war er im Alter von 93 Jahren und nach zehnjährigem Alzheimer-Leiden an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. (apa/red)










