Samstag, 5. Juni 2004

Bush auf Europareise: US-Präsident beendete Rom-Besuch mit Arbeitsgespräch!

  • Berlusconi-Sprecher: Irak-Thema im Mittelpunkt
  • BILDER: Laura Bush beim Sightseeing in Rom

Nach einem gemeinsamen Abendessen in der römischen Villa Madama am Freitag hat US-Präsident George W. Bush am Samstag am Ende seines Rom-Besuchs mit dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi über außenpolitische Themen diskutiert. Die Nahost-Krise, die Entwicklung im Irak, sowie die Situation in Afghanistan standen im Mittelpunkt der Gespräche. Wie Berlusconis Sprecher Paolo Bonaiuti mitteilte, wurde auch über den bevorstehenden G8-Gipfel diskutiert. Nach dem Treffen mit Berlusconi wird Bush nach Paris weiterfahren.

US-Präsident Bush und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekräftigten am Samstag am Ende ihres einstündigen Treffens ihre Entschlossenheit, weiterhin für die Demokratie im Irak zu arbeiten. "Wir werden der neuen irakischen Interims-Regierung volle Souveränität garantieren", sagte Bush bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Berlusconi in Rom am Ende des Gesprächs.

"Italien und die USA verteidigen die Freiheit gegen die Kräfte des Terrorismus im Irak und in Afghanistan", betonte Bush. Er fügte hinzu, die Beziehungen zwischen seinem Land und Rom seien noch nie so freundschaftlich gewesen. "Der Terrorismus ist die Herausforderung unserer Zeit, man muss ihn mit Freiheit und Demokratie bekämpfen. Mit dem Vormarsch von Freiheit und Demokratie verschwinden Verbitterung und Hass. Amerika, Italien und die Welt werden sicherer sein", meinte Bush.

Berlusconi versicherte, dass die italienischen Truppen bis zum Aufbau der Demokratie im Irak bleiben werden. "Wir bleiben im Irak, solange es für die Demokratie des Landes sinnvoll sein und solange uns die irakische Regierung dazu auffordern wird", meinte Berlusconi.

"Würden wir unsere Truppen aus dem Irak abziehen, müssten wir dasselbe auch in Bosnien, Afghanistan und im Kosovo tun, wo italienische Soldaten im Rahmen von Friedensmissionen stationiert sind. Dies wäre genau das Gegenteil unserer Verpflichtungen. Man muss Krisenländer bis zur Erreichung der Demokratie heranreifen lassen", betonte Berlusconi.

Der italienische Ministerpräsident verteidigte die USA gegenüber Kritik wegen des Folterskandals in den irakischen Gefängnissen. "Die Fehler von einigen Personen dürfen nicht auf einem ganzen Volk lasten. Es gibt tiefe Unterschiede zwischen einer Diktatur und einer Demokratie. Eine Demokratie kann Fehler zugeben und auf transparente Weise die Verantwortlichen bestrafen", so Berlusconi. (apa)

5.6.2004 12:11