103. Auslands-Besuch zu Ende: Johannes Paul II. beendet Visite in der Schweiz
- 70.000 bei Gottesdienst unter freiem Himmel in Bern
- Schweizer Katholiken eindringlich zur Einheit gemahnt
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Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Papst Johannes Paul II. ist am Sonntagabend nach einem zweitägigen Aufenthalt in der Schweiz wieder von Bern nach Rom abgeflogen. Er hatte am Samstag an einem katholischen Jugendtag mit rund 12.000 Jugendlichen teilgenommen und am Sonntag mit etwa 70.000 Gläubigen eine Messe unter freiem Himmel abgehalten. Am Sonntagnachmittag hatte er sich mit 200 ehemaligen Mitgliedern der Schweizer Garde getroffen, die seit fast 500 Jahren im Dienst des Vatikan steht.
Der Heilige Vater mahnte die Schweizer Katholiken mit ungewöhnlich scharfen Worten zur Einheit.
"Eine Ortskirche, in der die Spiritualität der Gemeinschaft blüht, weiß sich beständig von den Rauschgiften des Egoismus zu reinigen, die Eifersucht, Misstrauen, Sucht nach Selbstbestätigung und schädliche Gegensätze hervorrufen", sagte das 84-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Einsatz, den die Katholiken für die Einheit untereinander leisteten, sei auch ein starker Beitrag zur Ökumene mit den anderen christlichen Kirchen, betonte er.
Rund 70.000 Gläubige waren nach Polizeiangaben zu dem Höhepunkt des zweitägigen Schweiz-Besuches des Papstes gekommen, seiner ersten Auslandsreise in diesem Jahr und der 103. seit seinem Amtsantritt 1978. Die Messe fand im Rahmen eines katholischen Jugendtreffens statt, zu dem auch Jugendliche aus zahlreichen anderen Ländern gekommen waren.
Nach seiner Ankunft in der Schweizer Hauptstadt am Vortag hatte der besonders gebrechlich wirkende Papst an einem Treffen mit mehr als 10.000 Jugendlichen teilgenommen. Vor allem das Verlesen seiner Rede bereitete dem an der Parkinson-Krankheit leidenden Kirchenführer große Mühe.
(apa/red)
