Hochwasser in Deutschland & Schweiz: Erstes Todesopfer ein 10-jähriger Bub
- In München wurden 7 Menschen gerade noch gerettet
- 10-jähriger Bub stürzte in reissenden Fluss
Nach Hochwasseralarm in der Schweiz ist nun auch Deutschland nach den langen Regenfällen davon betroffen. Die Münchner Feuerwehr hat in der Nacht auf Freitag sieben Obdachlose vor dem Isar-Hochwasser gerettet. In der Schweiz forderte das Hochwasser sein erstes Todesopfer: Ein 10-jähriger Bub, der in einen reissenden Bach gestürzt war, wurde am Freitag tot geborgen.
Nach den starken Unwettern in der Schweiz hat das Hochwasser nun auch auf Deutschland übergegriffen. Sieben Obdachlose, die nahe dem Ufer der Isar hausten, wurden noch rechtzeitig vor dem Isar-Hochwasser gerettet. Als der Flusspegel stieg, wurden sie vom Wasser eingeschlossen und mussten mit Leitern auf die Brücken gebrachtt werden. In 24 Stunden stieg der Isarpegel um rund einen Meter.
Währenddessen blieben auch in der Schweiz die Wasserstände von Brienzer-, Thunersee und der Aare weiterhin hoch. Der Thunersee erreichte derweil den vorläufigen Höchststand von 558,47 Meter. Auch der Sarnersee-Pegel stieg während der Nacht weiter. In einem Stall in Sarnen musste Vieh evakuiert werden, wie die Kantonspolizei Obwalden bekannt gab. Die Feuerwehren von Sarnen und Sachseln standen während der ganzen Nacht im Einsatz. Allein in Sarnen hätten die Feuerwehrleute rund 3.000 Sandsäcke abgefüllt und verbaut.
Erstes Todesopfer
Die Unwetter haben in der Schweiz offenbar ein erstes Todesopfer gefordert: Ein zehnjähriger Bub, der am Donnerstag in einen reißenden Bach gefallen war, ist am Freitag in Flumenthal (Kanton Solothurn) tot geborgen worden. Der Bach hatte den Buben in Wasen (Kanton Bern) mitgerissen.
Im Laufe des Donnerstages wurde er verschiedentlich gesichtet, konnte aber nicht geborgen werden. Suchaktionen der verschiedensten Feuerwehren und der Rega entlang der Grüne und der Emme schlugen fehl. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Aktionen abgebrochen. Am Freitag kurz nach 8.00 Uhr wurde die Leiche des Kindes im Rechen des Wehrs Flumenthal gefunden.
In der Stadt Bern ist die Durchflussmenge der Aare nach wie vor sehr hoch, wie das Amt für Information des Kantons Bern am Freitag mitteilte. Auf Grund der Wetterlage geht das kantonale Engergiewirtschaftsamt davon aus, dass sich die Hochwassersituation noch nicht entschärfen wird.
Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) verkehrten Freitag früh zwischen Luzern und Sarnen und ab Giswil mit Zügen. Zwischen Sarnen und Giswil musste ein Busbetrieb eingerichtet werden. Dies gelte sowohl für Regional- als auch für die Schnellzüge.
(apa/red)
