Donnerstag, 3. Juni 2004

Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden: Freies Geleit für Geiselnehmer von Khobar!

  • Ratschlag dazu kam von amerikanischen Behörden
  • Suche nach den Tätern geht unvermindert weiter

Die Täter von Khobar haben nicht Geiseln als menschliche Schutzschilde genommen, sondern sind geplant entkommen. Amerikanische Behörden rieten dazu, den Tätern freies Geleit zu gewähren, nachdem die ersten Geiseln erschossen wurden. Damit sollte weiteres Blutvergießen vermieden werden. Die Suche nach dem mutmaßlichen E-Kaida-Terroristen läuft unterdessen unvermindert weiter.

Nach Angaben des Gewährsmannes verließen die drei das Gebäude in der Nacht, bevor Spezialeinheiten die Wohnanlage stürmten. Die Täter seien anschließend in einem gestohlenen Wagen geflohen. Einen vierten Komplizen hätten sie zurückgelassen, in der Meinung, er sei getötet worden. Der Mann wurde verletzt festgenommen.

Von saudiarabischer Seite sei ihre Forderung nach freiem Abzug zunächst abgelehnt worden, sagte der Gewährsmann weiter. Erst als die Täter mit der Tötung ihrer Geiseln begonnen und gedroht hätten, das Gebäude zu sprengen, hätten die Sicherheitsbehörden zugestimmt, berichtete zudem eine der ehemaligen Geiseln.

Die mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen hatten am Wochenende in der Ölstadt Khobar Ausländer angegriffen und Dutzende Mitarbeiter von Ölfirmen als Geiseln genommen. Bei den Überfällen und dem anschließenden Geiseldrama wurden 22 Menschen getötet.

Sicherheitsbeamte erklärten unterdessen, bei zwei am Mittwoch erschossenen Extremisten handele es sich nicht um Täter aus Khobar. Sie könnten die Geiselnehmer aber unterstützt haben. Das Innenministerium hatte erklärt, bei den beiden von Sicherheitskräften getöteten Männern habe es sich um zwei Schlüsselfiguren gehandelt, die Verbindungen zu den Angreifern gehabt hätten. Die beiden Verdächtigen wurden in der Nähe von Taif gestellt, rund 1.100 Kilometer von Khobar entfernt. (apa/red)

3.6.2004 16:12