Kongo: Nach Rebellenangriff kündigt Präsident Generalmobilmachung an
- Kabila wirft Ruanda Unterstützung Abtrünniger vor
- Wiederaufflammen des Bürgerkrieges befürchtet
Im Osten Kongos droht ein Wiederaufflammen des Bürgerkrieges und des Konfliktes zwischen Kongo und Ruanda. Nach der Einnahme der ostkongolesischen Stadt Bukavu durch Rebellen hat Präsident Kabila die Generalmobilmachung angekündigt. In einem Fernsehauftritt warf er dem Nachbarland Ruanda vor, in die Eroberung Bukavus verwickelt zu sein.
Gleichzeitig rief Kabila den Weltsicherheitsrat zu Schritten gegen die ruandesische Regierung auf. Ruanda wies die Vorwürfe zurück. "Was in Bukavu passiert, ist ein inneres Problem des Kongo. Wir haben nichts damit zu tun", teilten die Streitkräfte mit.
Die Truppen, die Bukavu am Mittwoch einnahmen, gehören zu den übergelaufenen Kommandanten Laurent Nkunda und Jules Mutebutsi, die mit Ruanda verbündet waren. Nach dem Bürgerkrieg traten sie zunächst in die kongolesische Armee ein.
Heute demonstrierten mehrere Tausend Menschen in der Hauptstadt Kinshasa gegen die Eroberung Bukavus. Studenten protestierten vor dem UNO-Hauptquartier gegen die ihrer Ansicht nach zu passive Haltung der UNO-Mission im Kongo. Sie warfen Steine und setzten ein Auto in Brand.Die 10.800 Mann starke UNO-Friedenstruppe in Kongo wurde beschuldigt, nichts gegen den Fall der Stadt getan zu haben. Die UNO verteidigte das Vorgehen. Die Blauhelmsoldaten könnten Zivilisten schützen, aber dürften nicht in militärische Konflikte eingreifen.
Erst im vergangenen Jahr war der Bürgerkrieg in dem afrikanischen Land mit der Einsetzung einer Übergangsregierung zu Ende gegangen. Einige frühere Rebellenkommandanten widersetzen sich jedoch einem Abkommen, wonach die Kämpfer in das neu aufgebaute Heer integriert werden sollen.
(apa)
