Mittwoch, 2. Juni 2004

Anschlag auf Helfer in Afghanistan: Fünf
"Ärzte ohne Grenzen" getötet

  • Keine Österreicher bei Anschlag verletzt
  • Taliban wird hinter dem Anschlag vermutet

Beim schwersten Angriff auf eine Hilfsorganisation seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan sind am Mittwoch fünf Entwicklungshelfer getötet worden, darunter drei Europäer. Die Ende 2001 gestürzten Taliban bekannten sich zu dem Anschlag auf die Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen". Bei den Opfern handelt es sich um eine Belgierin, einen Niederländer, einen Norweger und zwei Afghanen.

Der Sprecher der radikalislamischen Rebellen sagte, ein Rat von Religionsgelehrten habe kürzlich beschlossen, "den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen" in Afghanistan zu beschleunigen. Zuvor hatte er eine landesweite Operation gegen die für September geplanten ersten freien Wahlen Afghanistans angekündigt.

Bei einem Angriff von Taliban-Milizen in der südostafghanischen Provinz Zabul waren erst in der Nacht zum Mittwoch mehrere Menschen getötet worden. Dabei starben bis zu acht Taliban und zwei Soldaten.

"Ärzte ohne Grenzen" war 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Die Hilfsorganisation war 1971 unter ihrem französischen Namen "Medecins Sans Frontieres" (MSF) in Paris gegründet worden. Sie leistet heute in mehr als 80 Ländern medizinische Nothilfe. In Afghanistan sind auch fünf österreichische MSF-Mitarbeiter tätig. Sie sind nach Angaben der Pressesprecherin von MSF-Österreich wohlauf.(apa)

2.6.2004 21:40