Kein Ende des Terrors im Irak: Schon wieder sieben Menschen getötet!
- Mindestens 15 Verletzte - zumeist Zivilisten
- Sistani erkennt irakische Übergangsregierung an
Bei neuen Kämpfen und Überfällen in Irak sind am Donnerstag mindestens sieben Menschen getötet worden. In der schiitischen Pilgerstadt Kufa dauerten trotz des Waffenstillstands die Gefechte zwischen US-Truppen und Anhängern des radikalen Schiitenführers Muktada el Sadr an. Dabei wurden fünf Iraker getötet und mindestens 15 weitere verletzt. Die meisten Verletzten sind Zivilisten.
In Bakuba 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad schossen Unbekannte am Morgen auf den Wagen der Tochter des stellvertretenden Gouverneurs und töteten dabei einen ihrer Leibwächter. Wie ein zweiter Leibwächter berichtete, überlebte die junge Studentin den Überfall unverletzt.
Im Zentrum der Stadt wurde ein Sicherheitsbeamter des Gouverneurs erschossen. Passanten fanden seine Leiche auf der Straße und brachten sie ins Krankenhaus.
Großayatollah Sistani erkennt irakische Übergangsregierung an
Das geistliche Oberhaupt der irakischen Schiiten hat am Donnerstag die Übergangsregierung gebilligt und das neue Gremium zugleich aufgerufen, sich im Weltsicherheitsrat für die Übertragung der vollständigen Souveränität am 30. Juni einzusetzen. Großayatollah Ali al Husseini al Sistani sagte, zwar fehle der am Dienstag von der UNO ernannten Übergangsregierung die "Legitimation von Wahlen" und nicht alle Gruppen der irakischen Gesellschaft seien in annehmbarer Weise vertreten.
"Dennoch ist zu hoffen, dass die Regierung ihre Effektivität unter Beweis stellt und die enorme Aufgabe, die auf unseren Schultern lastet, bewältigt", heißt es in einer Erklärung des Geistlichen. Eine Ablehnung der Übergangsregierung durch Sistani hätte deren Glaubwürdigkeit und Macht enorm geschwächt. Der Großayatollah genießt unter den Schiiten, die rund 60 Prozent der irakischen Bevölkerung ausmachen, hohes Ansehen und großen Einfluss. (apa)
