Mittwoch, 2. Juni 2004

Neuer Konfliktstoff: Wieder israelischer Vorstoß nach Ramallah und Rafah

  • Zwei Palästinenser bei Schusswechsel getötet
  • "Routineeinsatz": Kein Zusammenhang mit Arafat

Wenige Tage nach ihrem Rückzug sind israelische Truppen erneut ins Flüchtlingslager Rafah im Gazastreifen eingedrungen. Sie begannen mit der Zerstörung mehrerer Häuser, berichteten Augenzeugen. Nach Angaben der Streitkräfte suchten die Soldaten nach Tunnel an der Grenze zu Ägypten, durch die Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt werden.

Bei der siebentägigen Offensive in der vergangenen Woche hatten die Truppen drei Tunnel entdeckt, 45 Palästinenser getötet und etwa 40 Häuser zerstört.

Auf einer Straße nahe der jüdischen Siedlung Nezarim ebenfalls im Gazastreifen erschossen israelische Soldaten in der Früh zwei Palästinenser. Die Männer hätten Granaten und einen Granatwerfer bei sich gehabt, hieß es.

Eine kleine israelische Einheit stieß in der Nacht zum Mittwoch nach Ramallah im Westjordanland vor. Ein Militärsprecher sagte, es handle sich um einen Routine-Einsatz, der nichts mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat zu tun habe. Arafat ist seit mehr als zwei Jahren in seinem Amtssitz in Ramallah eingeschlossen. Die israelische Regierung hat ihn als Hindernis für den Frieden bezeichnet und angekündigt, dass er entfernt werden solle. Bei der Aktion seien keine Festnahmen erfolgt, hieß es später. (apa/red)

2.6.2004 07:44