Dienstag, 1. Juni 2004

Geiseldrama in Saudi-Arabien: Täter flohen als Soldaten verkleidet

  • Ex-Geisel berichtet von Flucht der Täter
  • Chef der Gruppe vor Festnahme durch Schüsse verletzt

Die Anführer der Angriffe auf die Wohnanlage im saudiarabischem Khobar sind laut der Aussage einer Geisel als Soldaten verkleidet entwischt. Kurz vor der Stürmung des Hotels seien die vier Extremisten geflohen.

Die zuvor schwarz gekleideten Männer seien über die Mauer des Hotels gesprungen. Drei seien an Bord eines Kleinlasters geflohen, ihr Chef sei mit einem anderen Fahrzeug davongefahren. Ein Polizist, der an der Verfolgung der Attentäter am Sonntag beteiligt war, sagte AFP, der Chef der Gruppe sei am Steuer von Sicherheitskräften schwer verletzt worden, bevor sie ihn gefasst hätten.

Die drei anderen Geiselnehmer stahlen laut Augenzeugen wenig später in einem Wohngebiet der Provinzhauptstadt Dammam, zehn Kilometer vom Schauplatz des Geiseldramas entfernt, ein weiteres Fahrzeug. Die Fahndung nach ihnen lief weiter. Bei den Angriffen mutmaßlicher El-Kaida-Terroristen am Samstag und der anschließenden gewaltsam beendeten Geiselnahme in Khobar im Westen des Landes wurden nach offiziellen Angaben 22 Menschen getötet. Unter den Toten waren ein US-Bürger, ein Brite, ein Italiener, acht Inder und ein Schwede. 25 weitere wurden verletzt. Zu den Angriffen bekannte sich das El-Kaida-Netzwerk, das weitere Anschläge auf Ausländer ankündigte. (apa/red)

1.6.2004 16:58