Nach Nazi-Sager im Parlament: SP- Abgeordneter Broukal lehnt Rücktritt ab
- "Bitte um Verzeihung, aber es muss Weg zurück geben"
- Diskutieren Sie mit: Soll Broukal den Hut nehmen?
·Broukal-Affäre: Gehrer will Rücktritt
"Anfängen wehren". SPÖ steht hinter ihrem Mandatar
·Wirbel um Broukals Nazi-Vergleich!
VP und FP beharren auf Rücktritt des SP-Mandatars
·Online-DEBATTE: Soll Broukal gehen?
Ihre Meinung zählt: Nazi- Sager ein Rücktrittsgrund?
·Eklat um Broukal-Sager im Nationalrat
Haupt fordert erneut U-Ausschuss zur Causa SP
·Eklat um Broukal-Sager im Nationalrat
ÖVP/FPÖ fordern Rücktritt - Cap: Broukal bleibt!
·Eklat nach Nazi-Sager im Nationalrat
Broukal entschuldigt sich nach Rücktrittsforderungen
·Broukal-Sager: FP fordert Rücktritt!
Scheibner spricht von
'beschämendem Verhalten'
·NR-Sondersitzung zur EU-Verfassung
Kanzler Schüssel: "Ich will nicht alleine vorgehen"
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal entschuldigt sich für seine umstritten Äußerung im Parlament vom Freitag, er lehnt aber einen Rücktritt ab. "Jeder hat schon Fehler gemacht. Aber es muss nach einer Entschuldigung einen Weg zurück geben", so Broukal. Dass ÖVP und FPÖ seine Entschuldigung nicht akzeptieren wollen, sei auf den Wahlkampf zurückzuführen. Er werde jedenfalls an seiner Absicht festhalten, sich als stellvertretender SPÖ-Klubchef zu bewerben.
Broukal entschuldigt sich in den "Salzburger Nachrichten" (Montag-Ausgabe) für die Äußerung "Es ist Ihnen unbenommen, den Nationalsozialisten nachzutrauern". "Es war eine unbedachte Äußerung. Ich habe mich provozieren lassen. Und ich kann dafür nur um Verzeihung bitten" , sagt er in dem Interview. In einem den "SN" vorliegenden Protokoll der Ereignisse schreibt Broukal darüber hinaus, die Äußerung "war natürlich überzogen und ist nicht aufrecht zu erhalten". Der Satz "hat die ÖVP-Abgeordneten zu Recht empört". Auslöser sei ein Zwischenruf von ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger gewesen, der an das "Champagnisieren" von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer mit französischen Politikern während der Sanktionenzeit erinnert hatte.
Neben seiner Entschuldigung für seine Aussage fordert Broukal aber auch eine Entschuldigung von FPÖ und der ÖVP: "Ich warte aber noch darauf, dass sich auch die entschuldigen, die unseren Kandidaten Hannes Swoboda des Vaterlandsverrats bezichtigt haben und die gefälschte Swoboda-Briefe ins Internet gestellt haben."
Auf die Frage, ob er glaube, dass der Eklat dem EU-Wahlkampf der SPÖ schade, sagt Broukal: " Ich hoffe nicht. Ich weiß nur, dass ÖVP und FPÖ alles tun, um dieses Thema am Leben zu erhalten. "
Parteichef Alfred Gusenbauer war nach den Worten Broukals von der Affäre "not amused". Dass sein nicht immer friktionsfreies Verhältnis zum SPÖ-Vorsitzenden nun rettungslos zerstört sein könnte, glaube er aber nicht: "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Gusenbauer und ich die Phase der Missverständnisse hinter uns haben. Wir haben uns nach einem langen Gespräch vorgenommen, die vergangenen Reibereien zu vergessen." Gusenbauer habe deutlich gemacht, dass ein stv. Klubchef nicht am Ufer sitzen und den Kurs des Segelschiffes kritisieren könne, sondern voll und ganz an Bord mitarbeiten müsse. "Und ich habe das akzeptiert", versichert Broukal.
(apa/Red)
