Formular falsch ausgefüllt: Salzburg schützt Krähen "aus Versehen"!
- Klagen über Schäden in Salzburg häufen sich
- Vögel dürfen nur mit Genehmigung erschossen werden
Die große Zahl der Krähen entwickelt sich in Salzburg mehr und mehr zur Plage. Dabei beruht der Zuwachs der schwarzen Vögel auf einem Versehen: Beim Beitritt Österreichs zur Europäischen Union wurden die Krähen in einem Formular im Anhang der Vogelschutzrichtlinie falsch angekreuzt und somit in die Liste der in Salzburg geschützten Vogelarten aufgenommen, erläuterte Agrarlandesrat Sepp Eisl. Ein Fehler, der in der EU gar nicht leicht abänderbar sei, so der Politiker.
Klagen über die Tiere häufen sich: Die Beschwerden kämen nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern auch von vielen Bürgern. "Man muss schauen, dass man zu einem Abschuss von Krähenvögeln kommt", meinte Eisl. Er weiß, dass die Tiere derzeit nur mit einer Ausnahmegenehmigung abgeschossen werden können. Voraussetzung sei, dass sie nachweislich Schäden anrichten. Der Jagdleiter in einer Gemeinde müsse dazu einen begründeten Antrag bei der Jagdbehörde einreichen. Wer Schäden habe, solle diesem dem Gemeindejäger melden, rät Eisl. Außerdem bemühe sich das Land, in Brüssel eine Änderung in der Vogelschutzrichtlinie zu erwirken. (apa)
