Sonntag, 6. Juni 2004

Mordfall Calvi: Verdächtigte Kärntnerin beteuert im "profil" ihre Unschuld!

  • Österreicherin in 22 Jahre altem italienischen Kriminalfall der "Beihilfe zum Mord" verdächtigt

In einem Interview mit dem "profil" nimmt jene Kärntnerin, die 22 Jahre nach dem Tod des italienischen Bankiers Roberto Calvi in den Verdacht der Beihilfe zum Mord geraten ist, erstmals zu den von der italienischen Justiz erhobenen Vorwürfen Stellung. Calvi, Chef des Mailänder Kreditinstituts Banco Ambrosiano, war am 18. Juni 1982 hängend unter der Blackfriars Bridge in London gefunden worden.

Der "Bankier Gottes" hatte sich zuvor in undurchsichtige Finanztransaktionen mit der Vatikanbank IOR, der umstrittenen Geheimloge P2 und der Mafia verstrickt. Dabei verschwanden mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar. In der Folge war Calvi über Österreich nach Großbritannien geflüchtet.

Die römische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er von drei italienische Unterweltlern ermordet wurde. Im Zusammenhang damit geriet auch eine Kärntnerin unter Verdacht: Manuela K., zur Tatzeit Freundin des sardischen Immobilienhändlers Flavio Carboni, soll Beihilfe zum Mord geleistet haben. Die Frau hatte sich gemeinsam mit Carboni in London aufgehalten, als Calvi dort zu Tode kam.

Gegenüber "profil" äußert sie sich nun erstmals dazu. "Ich habe mit dem Ableben von Herrn Calvi nichts zu tun", so Manuela K.: "Er hat auf seiner Reise nach London eine Nacht im Haus meines Vaters in Klagenfurt verbracht, weil er mit Silvano Vittor, dem damaligen Lebensgefährten meiner Schwester unterwegs war." Sie habe auch nicht gewusst, "dass sich Carboni in London mit ihm treffen wollte".

Sowohl Calvi als auch die Vorgänge rund um den Banco Ambrosiano seien ihr bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt gewesen: "Ich habe nicht Herrn Calvi nach London begleitet, sondern meinen damaligen Freund Carboni auf einer seiner vielen Reisen", so Manuela K. (apa)

6.6.2004 11:38