Donnerstag, 3. Juni 2004

Schock für Pröll: Greenpeace fand hohe PCB-Belastung in Umweltministerium!

  • Kann Immun- und Nervensystem stören
  • Ursachen: Neonröhren, PVC-Böden oder Dichtmassen

Wenn Umweltschutz tatsächlich vor der eigenen Tür beginnt, ist Minister Josef Pröll in den kommenden Tagen ziemlich beschäftigt. Vor zwei Wochen entnahm Greenpeace in den Büroräumen des Ressortchefs Staubproben - das Ergebnis ist bedenklich. Bei der Analyse wurde laut der Organisation eine unerwartet hohe Konzentration an polychlorierten Biphenylen (PCBs) gefunden. "Chronische PCB-Belastungen können Störungen im Immun- und Nervensystem verursachen", so eine Aussendung am Donnerstag.

Ursache dieser Belastungen könnten alte Neonröhren, PVC-Böden oder Dichtmassen sein. Neben den PCBs fanden die Analytiker umstrittene Phthalat-Weichmacher und zahlreiche Flammschutzmittel. Bedenkliche Holzschutzmittel und Pestizide wurden nicht gefunden. "Die Ergebnisse zeigen, dass auch der Minister diesen Umweltgiften ausgesetzt ist - selbst in seinem eigenen Haus", warnte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Die Organisation forderte von den Ministern Josef Pröll und Martin Bartenstein (V), dass Risiko-Chemikalien im Rahmen der laufenden Reform der Chemikalienpolitik (REACH) EU-weit verboten werden.

Der Gift-Check im Umweltministerium war für Greenpeace der Startschuss für eine österreichweite Untersuchung. Im Gegensatz zu Minister Pröll hat Wirtschaftsminister Bartenstein dem Greenpeace-Staubsauger laut der Organisation bis heute keinen Eintritt in sein Ministerium gewährt. "Nach den hohen PCB-Funden im Umweltministerium wäre Bartenstein aber gut beraten, zumindest im Interesse seiner Mitarbeiter umgehend Staubanalysen zu beauftragen", so Schuster. (apa)

3.6.2004 09:45