Nach Leichenfund im Geriatriezentrum: Erneut Forderung nach Lainz-Schließung
- Grüne wollen Abbau von "ungeeigneten Großheimen"
- Personal soll die Bewohner noch persönlich kennen
·Lainz: Leiche auf Dachboden entdeckt
Patient versehentlich ein- gesperrt und verdurstet?
Nach dem Tod eines Patienten in einem Dachboden im Geriatriezentrum am Wienerwald in Lainz kommt erneut die Forderung nach einer Schließung der Anstalt. Die Wiener Grünen verlangten den raschen Abbau von "ungeeigneten Großheimen". Der gefundene, psychisch kranke Mann war schon seit längerer Zeit abgängig. Er dürfte versehentlich in dem Raum eingeschlossen worden sein. Pfleg-Ombudsmann Werner Vogt und seine Ombudsstelle untersuchen unterdessen den Vorfall.
Die grüne Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz zeigte sich in einer Aussendung betroffen vom "qualvollen Tod" des Heimbewohners: "Wer immer noch nicht einsehen will, dass anonyme, abgewohnte Bettenburgen ungeeignet für kranke und alte Menschen sind, erweist sich als zynisch und hartherzig gegenüber den Pflegeheimbewohnern."
In Lainz müssten laut Pilz mehr als 2.000 Menschen ihre letzten Tage verbringen, "höchstens 300 Bewohner wären demgegenüber eine überschaubare, eine menschliche Zahl". Sie verwies auf "moderne Erkenntnisse" in der Geriatrie: "Das Personal soll die Bewohner noch persönlich kennen und die Menschen sollen in einer modernen bedürfnisgerechten Einrichtung die Möglichkeit haben, sich zu orientieren."
"Wir werden uns intensiv auseinander setzen müssen, wie so ein Suchprozess nach abgängigen Menschen abläuft. Vielleicht gibt es da Dinge die man ändern kann oder muss. Wir werden uns das anschauen und dann unsere Vorschläge unterbreiten", meinte Projektleiterin Elisabeth Paschinger, Mitarbeiterin von Pflegeombudsmann Werner Vogt, im Gespräch mit der APA.
Im Geriatriezentrum am Wienerwald sei ein "irrsinnig großes Gelände" zu durchforsten. Darum müssten auch Maßnahmen geprüft werden, wie solche Fälle überhaupt zu vermeiden seien. Eine Hausaufsicht sollte unbenutzte oder kaum verwendete Pavillons regelmäßig unter die Lupe nehmen - schon bevor eine Person als abgängig gemeldet wurde. (apa/red)
