Geiselnahme in Mürzzuschlag/Stmk: Sohn bedroht seine Mutter und zündet Haus an!
- Frau kann flüchten, Geisel bleibt unverletzt
- Spezialkommando Cobra kann den Mann stellen
Zu einem Großeinsatz der Exekutive, insbesondere des Spezialeinheit Cobra, ist es Dienstag Abend in Mürzzuschlag in der Steiermark gekommen. Ein 28-Jähriger Ex-Söldner hatte seine Mutter bedroht und angekündigt, das Mehrparteienhaus, in dem er sich verschanzt hatte, sowie die umliegenden Häuser in die Luft zu sprengen. Seinen Nachbarn nahm er als Geisel! Nach längeren Verhandlungen gab der Mann gegen 22.30 Uhr schließlich auf. Verletzt wurde niemand.
Allem Anschein nach hatte vor allem die Mutter des mutmaßlichen Täters großes Glück. Die Frau, deren Tötung der Ex-Fremdenlegionär laut Gendarmerie "definitiv beabsichtigte", konnte gerade noch flüchten. Der 28-jährige ehemalige Söldner hatte sie für sein "verpfuschtes Leben" verantwortlich gemacht.
Nach Streit dreht Sohn durch
Dienstagabend war es in dem zweistöckigen Mehrparteienhaus zu einer heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Fremdenlegionär Eckhard K. (28) und seiner Mutter gekommen. Der Mann, der mit einer Armbrust, einem Messer und einem Schlagstock bewaffnet war, bedrohte seine Mutter mit dem Umbringen. Als er die Fenster verdunkeln wollte, gelang der Frau die Flucht. Sie konnte die Wohnungstür von außen verschließen.
Nachbarn als Geisel
Daraufhin trat der 28-Jährige die Tür ein und nahm seinen Nachbarn als Geisel. Der Eindruck, dass sich der Hausbewohner ohne Gewaltandrohung in der Wohnung des Täters aufgehalten hatte, bestätigte sich nach den Erkenntnissen vom Mittwoch nicht. Jedenfalls rief K. beim Roten Kreuz an und drohte, das ganze Haus mit Sprengstoff in die Luft zu jagen. Später stellte sich heraus, dass er gar keinen bei sich - nicht einmal Attrappen, wie es zunächst hieß. Die Exekutive evakuierte das Gebäude und sperrte das Gelände großräumig ab. Das Einsatzkommando Cobra wurde hinzugezogen.
Haus angezündet
In der Zwischenzeit hatte der Geiselnehmer im Stiegenhaus eine Bettdecke angezündet, wodurch das gesamte Stiegenhaus verqualmt wurde. Nach etwa zwei Stunden gelang es, den Obersteirer zum Aufgeben zu bewegen. Er kam mit erhobenen Händen aus dem Gebäude und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Mutter verantworlich für Versagen des Ex-Fremdenlegionärs
Auslöser für die Tat könnte laut Exekutive sein Ausscheiden bei der Fremdenlegion gewesen sein. Der 28-Jährige hatte von Oktober bis Jänner eine Ausbildung gemacht, musste diese aber auf Grund "körperlicher Probleme" abbrechen. Wie auch für andere Misserfolge in seinem Leben habe der - wegen nicht näher definierten Delikten - amtsbekannte Mann seine Mutter auch dafür verantwortlich gemacht.
Der mutmaßliche Geiselnehmer wurde vorläufig am Gendarmerieposten Mürzzuschlag in Verwahrung genommen. Er soll in die Justizanstalt Leoben überstellt werden. (apa)
