EU-weite Kranken-Chipcard seit Juni: Österreich beteiligt sich (noch) nicht!
- Aufwändiger Auslandskrankenschein ist Geschichte
- Waneck wirft Hauptverband "Unfähigkeit" vor
·"e-Card" im Netz: Neuer Auftritt im Web
Up-to-date Informationen über die SV-Chipkarte
·E-Card kostet 10 pro Person & Jahr!
Gebühr für SV-Chipkarte beim 1. Arztbesuch fällig!
Im Ausland krank werden ist immer unangenehm. Hat man dann auch keinen Auslandskrankenschein (E-111) mit, kann es zum wirklichen Problem ausarten. Doch im größten Teil der EU wird es nun einfacher: Seit Juni gibt's eine europaweite Chipcard für die Krankenversicherung! So weit die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: Die Karte ist in Österreich gar nicht erhältlich!
Seit 1. Juni wird in 13 von 25 EU-Ländern eine EU-weit anerkannte Chipkarte für die Krankenversicherung in Umlauf gebracht. Sie ersetzt die Auslandskrankenscheine und soll den damit verbundenen Verwaltungsaufwand verringern. Nicht ausgegeben wird die Karte allerdings in Österreich. Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck warf dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger deshalb "Unfähigkeit" vor.
Gesundheitsministerin Rauch-Kallat betonte, dass die österreichische E-Card auch den EU-Standard einhalten werde. Es sei auch unrichtig, dass EU-Bürger ihre Karte in Österreich noch nicht nutzen könnten. Die EU-Karte sei auch in Österreich anerkannt und ersetze den Krankenschein. Auch für Österreicher gebe es nun eine Erleichterung, weil das internationale Krankenformular direkt genutzt werden könne und nicht mehr im Ausland extra eingereicht werden müsse.
Chipkarte statt Krankenschein
Mit der Karte kann ein Patient EU-weit nachweisen, dass er Anspruch auf medizinische Versorgung hat und die Kosten vom Heimatland erstattet werden. Der Betroffene muss nicht mehr den bürokratischen Weg zu den lokalen Krankenkassen im Ausland gehen, sondern kann direkt die Ärzte oder sonstigen Leistungserbringer konsultieren.
In Österreich erst ab 2005
In Österreich wird diese EU-Vorgabe aber laut Waneck vorerst noch nicht umgesetzt. In einem von ihm vorgelegten Brief des Hauptverbandes wird das damit begründet, dass wegen der Verzögerung bei der österreichischen Chipkarte die Übergangsfrist bis zum Jahresende 2005 in Anspruch genommen wird.
Bei der Einführung der österreichischen e-card - also dem elektronischen Krankenscheinersatz - war es in den letzten Jahren wiederholt zu Verzögerungen gekommen. Die flächendeckende Ausgabe der Karten an alle Österreicher ist nun im Laufe des nächsten Jahres geplant. Dann soll aber die europäische Chipkarte gleich in diese e-card integriert werden. (apa/red)
