Dienstag, 1. Juni 2004

Leiche in Geriatriezentrum Lainz entdeckt: Stark verweseter Mann verdurstet?

  • Toter vermutlich schon seit 1. April abgängig
  • Starke Verwesung erschwert die Ermittlungen

Im Pavillon XIII haben Hausarbeiter Dienstag eine männliche Leiche auf dem Dachboden gefunden worden. Bei dem Toten handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 61-jährigen Patienten, der seit 1. April abgängig war. Der Mann dürfte versehentlich auf dem Dachboden eingesperrt worden und dort verdurstet sein. Sicher ist das aber noch nicht. "Das ist noch Gegenstand von Ermittlungen", erklärt Stefan Mahrle vom Polizeikommissariat Mödling

Bei dem Toten handle es sich "mit 95 prozentiger Sicherheit" um den 61-jährigen Hermann M., der seit April als abgängig gemeldet wurde, erklärte der Polizist. Allerdings sei der Leichnam bereits stark verwest gewesen, wodurch eine genaue Aussage noch nicht möglich sei.

Laut ersten Schätzungen der Ermittler lag der Mann mindestens ein bis zwei Wochen auf dem Dachboden. M. war aber offenbar nicht hoffnungslos in einem schallgedämpften Raum gefangen, wie Mahrle erläuterte. Durch Rufe aus dem Dachfenster hätte sich der schwer Verwirrte bemerkbar machen können, vermutete er. Laut Mahrle dürfte der Tote, der seit zehn Jahren Patient im GZW ist, keine näheren Verwandten haben.

Der Mann war immer wieder durch sein krankheitsbedingtes Verhalten aufgefallen, sagte der Polizist. So kam er von seinen Abstechern aus der Anstalt öfter mit falsch angezogener Kleidung und gefundenen Schlüsseln zurück. In den Dachboden dürfte er gelangt sein, als dieser einmal unversperrt war.

Leiterin verteidigt Geriatriezentrum
Die Direktorin des Wiener Geriatriezentrums "Am Wienerwald" (GZW) in Lainz, Angelika Rosenberger-Spitzy, hat das Vorgehen ihres Hauses verteidigt. Man habe "selbstverständlich" das Haus vom Keller bis zu Dachboden durchsucht, sagte die ärztliche Leiterin in der "ZiB2". Es gebe einen genauen Plan, wo abgängige Patienten gesucht werden müssen.
(apa/red)

1.6.2004 15:17