KHM-Boss unter Beschuss: Seipel bleibt trotz Rücktrittsforderungen gelassen
- Gehrer stellt sich vor Seipel: "Konnte Punkte entkräften"
- Er fühlt sich im "Zielpunkt politischer Rechnungen"
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Der Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, reagiert "gelassen" auf die Rücktrittsaufforderungen von SPÖ und Grünen. "Das ist die Entscheidung der Ministerin Gehrer und des Kuratoriums", sagte Seipel. Die Rücktrittsaufforderungen waren laut geworden, nachdem der Rechnungshof Kritik an der Führung des Kunsthistorischen Museum geübt hatte. Gehrer stellt sich vor Seipel: "Er konnte die in der Öffentlichkeit diskutierten Punkte bereits entkräften."
Er fühle sich sehr wohl im "Zielpunkt politischer Rechnungen", meinte Seipel auf die Frage, ob er sich nach den Vorwürfen bezüglich des Saliera-Raubes schon allmählich "verfolgt" fühle. Er werde auch demnächst darauf reagieren. Zu den strittigen Ankäufen sagte er, bei der ägyptischen Sphinx-Skulptur handle es sich um ein wichtiges Objekt für die hauseigene Sammlung, das bereits 1997 angeboten wurde. Er habe 1998 einen Vorvertrag unterzeichnet, wobei die erste Zahlung aber erst nach der Ausgliederung in die Vollrechtsfähigkeit des Museums vereinbart worden war.
Gehrer stellt sich vor Seipel und bezeichnet die Rücktrittsforderungen als überzogen. Den RH-Bericht nehme man aber selbstverständlich ernst. Es bestehe "kein Zweifel daran, dass die bisherige fast 14-jährige Tätigkeit des Generaldirektors das nationale und internationale Ansehen des Kunsthistorischen Museums auf ein hohes Niveau gebracht hat", so die Ministerin. Es sei "inakzeptabel, einen international anerkannten Museumsdirektor als Zielscheibe für unqualifizierte kulturpolitische Attacken zu benutzen".
Zu den so genannten "Grabfigürchen" sagte Seipel: "Es handelte sich dabei um eine im Konvolut angebotene Sammlung von sechs Stücken, von denen zwei laut Auskunft des Leiters der ägyptologischen Sammlung keinen Wert für die Sammlung darstellten". Sie seien aber nur zu sechst verkäuflich gewesen, also habe er, Seipel, die zwei unwichtigen Stücke selbst gekauft. Ihr Wert läge allerdings zusammen "unter 450 Euro".
Zu seinem Gehalt meinte Seipel, es sei im Jahr 2001 "um 2,5 Prozent gestiegen auf 100.000 Schilling". Die Prämien habe er wohl bezogen, sie wären aber nicht Bestandteil des Gehaltes. Die Kosten für Repräsentationsausgaben hätten "weniger als 0,1 Prozent der erwirtschafteten Eigenmittel betragen". Das halte er für durchaus angemessen, denn "unser Haus ist ein wichtiger gesellschaftlicher Begegnungsort". (apa)
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