Seegrotte teilweise wieder offen: Unglücksort für Touristen zugänglich
- 2 Theorien: Technik-Defekt? Gewicht ungleich verteilt?
- PLUS: Bilder der Katastrophe und der Rettungsaktion!
·Bilder vom Drama in der Seegrotte
Fünf Menschen ertranken unter gekentertem Boot
·Bild: "Todesdrama in der Nazi-Grotte"
Gäste 'schippern in Booten durch dunkle Kanäle'
·"Wir fahren seit 20 Jahren dahin"
Traurige Heimreise für die geschockte Reisegruppe
·HINTERGRUND: See-grotte Hinterbrühl
Europas größter unterirdischer See
Nur zwei Tage nach dem schrecklichen Bootsunfall sind Teile der Seegrotte in Hinterbrühl wieder für Besucher zugänglich. Der Sicherheitsbeauftragte der Seegrotte, Christian Gloibhofer, safgte, dies habe nichts mit Katastrophentourismus zu tun. In erster Linie fühle man sich den Tourismusbetrieben in der Umgebung und dden sieben Beschäftigten des beliebten Ausflugsziel verantwortlich. Unterdessen geht die Suche nach der Unglücksursache weiter.
Es könnte ein technischer Defekt gewesen sein, der fünf Menschen das Leben gekostet hat! "Das plötzliche Umkippen kann nur auf einen Fehler im Schwimmkörper zurückzuführen sein..." , sagt ein Sachverständiger. Die Ermittler bestätigen, dass menschliches Versagen auszuschließen ist: Weder Gäste noch Bootsführer haben einen Fehler gemacht. Die Opfer sind laut Obduktion ertrunken. Aber möglicherweise war das Gewicht (der Passagiere) ungleich auf die beiden Seiten verteilt .
Oberst Franz Polzer betonte ausdrücklich, dass ein technisches Problem möglich erscheine, bis dato aber nicht erwiesen sei. Es werde weiter jede Möglichkeit geprüft.
Kein Fehlverhalten
Nach Aussagen aller überlebenden Passagiere und des Zillenführers gab es vor dem Unfall "kein augenscheinliches Fehlverhalten", so Polzer. Die Touristen seien auf beiden Seiten des 1,30 m breiten, 7,9 m langen Bootes gesessen. In der Linkskurve vor dem Anlegen schlug die Zille in Sekundenschnelle nach rechts um. Alle Opfer saßen laut Polzer auf der rechten Seite. Sie waren in der Folge unter Wasser in dem durch die Seitenverstrebungen begrenzten Raum gefangen. Die überlebenden Ehepartner bemühten sich vergeblich, ihre Frauen hervorzuziehen.
Der Zillenführer versuchte selbst unmittelbar nach dem Unglück, das Boot aufzustellen, was auf Grund des Gewichtes von 1.500 Kilogramm weder ihm noch den eintreffenden Feuerwehrleuten gelang. Überprüft wurde von der KA auch die Belastung: Das ungefähre Gesamtgewicht der Personen betrug demnach gut zwei Tonnen.
Technischer Defekt wahrscheinlich
Für den Amtssachverständigen der Abteilung Wasserrecht und Schifffahrt in der NÖ Landesregierung, Ferdinand Lichtblau, ist als Ursache für das Bootsunglück in der Seegrotte in Hinterbrühl ein "technischer Defekt wahrscheinlich": "Das plötzliche Umkippen kann nur auf einen Fehler im Schwimmkörper zurückzuführen sein", sagte er. Beim letzten amtlichen Test im März 2003 habe man probeweise zehn Fahrgäste auf eine Seite gesetzt, um die Stabilität zu überprüfen, "da war aber überhaupt nichts los".
Für den Abtransport muss das Boot zerlegt und für die genauen Untersuchungen wieder zusammengebaut werden. Das Wasserfahrzeug wurde 1993 von der Linzer Firma "Technautic" gebaut und im selben Jahr erstzugelassen. Von Seiten der Werft war eine Maximalbelastung von 2.800 kg vorgesehen, die aus Sicherheitsgründen auf 2.200 kg herabgesetzt worden sei. Um das Wasserfahrzeug zum Kentern zu bringen, sei eine Last von 5.000 kg nötig. Das Schiff war mit einem 300 Watt-Elektromotor ausgerüstet, damit machte es etwa fünf km/h Fahrt. (apa/red)
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