Freitag, 28. Mai 2004

Lustkiller: Deutsche Forscher weisen krebserregende Stoffe in Kondomen nach

  • Gummis mit Schoko-Geschmack besonders gefährlich
  • Beate Uhse zieht Verhüterlis sofort aus dem Verkehr

Da ist man(n) brav und vernünftig und verhütet mit einem Kondom, um sich vor allen möglichen und unmöglichen Geschlechtskrankheiten zu schützen und muss jetzt erfahren, dass diese Verhütungsmethode Krebs verursachen kann!! Eine Studie des Chemischen und Veterinär-Untersuchungsamtes Stuttgart ergab, dass die meisten Verhüterlis mit Krebs erregenden Nitrosaminen belastet sind.

Die Wissenschafter hatten in 29 von 32 untersuchten Präservativen erhebliche Mengen so genannter N-Nitrosamine festgestellt, die nach Angaben von Institutsdirektor Werner Altkofer zu den stärksten Krebs erregenden Stoffen überhaupt gehören.

Schokogeschmack ist besonders gefährlich
Bei einem Kondom mit Schokoladengeschmack wurden dem Bericht zufolge N-Nitrosamine im Verhältnis von 660 Nanogramm zu einem Kilogramm gemessen. Dies sei eine Konzentration, die um den Faktor 60 über den beispielsweise für Babyschnuller zugelassenen Werten liege, sagte Altkofer.

Beate Uhse zieht Kondome aus dem Verkehr
Der Erotik-Konzern Beate Uhse reagierte auf die Studie bereits unmittelbar nach Bekanntwerden und nahm diese am stärksten belasteten Produkte aus seinem Sortiment heraus.

Viel Sex = Hohes Risiko
Dem Institutsleiter zufolge werden Nitrosamine leicht aus dem Gummimaterial herausgelöst. Bei seltenem Gebrauch von Kondomen sei sicherlich das individuelle Risiko geringer. "Wenn man aber Kondome mehrmals täglich verwendet, gehen natürlich viel mehr von diesen Krebs erregenden Stoffen auf den Körper über", sagte Altkofer. Da Kondome derzeit das einzig sichere Mittel zur Verhütung von Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten seien, müsse gewährleistet sein, dass ihre Anwendung auch in chemischer Hinsicht gesundheitlich unbedenklich sei.

Herrsteller muss Rezeptur ändern
Die gefährlichen Stoffe können nach Angaben Altkofers aus Substanzen entstehen, die bei der Herstellung der Kondome zugefügt werden, um dem Gummi die nötige Elastizität zu verleihen. Die Bildung von N-Nitrosaminen könne aber verhindert werden, indem der Hersteller die Rezeptur verändere, betonte der Wissenschaftler. Dass dies durchaus möglich sei, habe die Studie eindeutig bestätigt, denn bei drei Produkten eines Herstellers sei keine Abgabe der Krebs erregenden Substanzen festgestellt worden.

Europäische Normen gefordert
Der Experte forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, rechtsverbindliche Grenzwerte für die Nitrosaminabgabe von Kondomen festzulegen. Bei seinen Untersuchungen habe er den Grenzwert für Babyschnuller mit 10 Nanogramm pro Kilogramm Gummi herangezogen, sagte Altkofer. (apa/red)

28.5.2004 16:26