Neuer Präsident bei Fiat: Ferrari-Chef Luca Montezemolo übernimmt das Steuer
- "Kronprinz" John Elkann rückt zum Vizepräsidenten auf
- Agnelli-Sohn Andrea tritt ebenfalls Aufsichtsrat bei
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Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo ist zum neuen Präsidenten der italienischen Autogruppe Fiat ernannt worden. Dies wurde zum Abschluss einer Aufsichtsratssitzung der Fiat-Gruppe am Sonntag beschlossen. Der 57-jährige Montezemolo ersetzt den am Donnerstag verstorbenen Fiat-Chef Umberto Agnelli, der einem Tumor erlegen war.
Der 28-jährige John Elkann, Neffe des verstorbenen Fiat-Chefs, rückt zum Vizepräsidenten des weltweit zehntstärksten Autobauers auf. Elkann, der als Kronprinz der bekannten italienischen Unternehmerdynastie gilt, sitzt bereits seit sechs Jahren im Fiat- Aufsichtsrat. Dem Aufsichtsrat der Gruppe trat auch Umberto Agnellis 26-jähriger Sohn Andrea bei.
Nach der Ernennung von Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo zum neuen Fiat-Präsidenten hat der Geschäftsführer des Turiner Autobauers, Giuseppe Morchio, seinen Rücktritt eingereicht. Indiskretionen zufolge galt Morchio als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Umberto Agnellis an der Spitze des Fiat-Imperiums. Morchio hatte mit Agnelli in den vergangenen Monaten einen tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess in die Wege geleitet. Seine Nachfolge soll Sergio Marchionne antreten. Dem 52-jährigen, der seit 2003 im Fiat-Aufsichtsrat sitzt und Mitglied des internen Kontrollausschusses des Konzerns ist, werden die besten Chancen eingeräumt, zur "Nummer Zwei" der Turiner Autogruppe aufzurücken
Der Topmanager sei über die Entscheidung der Familie Agnelli, Montezemolo als Präsident den Vorzug zu geben, verbittert, weil er darin fehlendes Vertrauen in seine Führungsfähigkeiten sieht, spekulierten italienische Medien.
Der 57-jährige Montezemolo wollte seine Ernennung zur neuen "Nummer eins" von Fiat zunächst nicht kommentieren. "Alle unsere Gedanken sind heute Umberto Agnelli gewidmet. Ferrari hat heute im Formel 1-Rennen in Nürburgring für ihn gesiegt", sagte Montezemolo. Umberto Agnelli, der im Alter von 69 Jahren einem Tumor erlegen war, wurde am Samstag in Villar Perosa bei Turin beigesetzt. (apa/red)

