Freitag, 28. Mai 2004

Korruptionsverdacht gegen Siemens: Staatsanwaltschaft in Deutschland ermittelt

  • Büros in München, Offenbach und Erlangen durchsucht
  • Siemens-Manager sollen Enel-Spitzen bestochen haben

Die hessische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen drei ehemalige Siemens-Manager wegen des Verdachtes der Korruption. Die Sprecherin der Behörde, Hildegard Becker-Toussaint, erklärte am Freitag, die Männer sollen im Jahr 2000 Führungskräfte des halbstaatlichen italienischen Stromkonzerns Enel mit rund sechs Mio. Euro bestochen und dafür Aufträge in Höhe von 336 Mio. Euro erhalten haben. In dem Zusammenhang seien die Münchner Siemens-Konzernzentrale, Büros in Offenbach und Erlangen sowie Privaträume durchsucht worden.

Becker-Toussaint sagte weiter, die Ermittler seien auf die drei Deutschen aufmerksam geworden, nachdem die inhaftierten Enel-Mitarbeiter sie als Schmiergeldzahler in ihren Vernehmungen genannt hätten. Die ehemaligen Siemens-Manager sollen die Schmiergelder über Banken in Liechtenstein und den Arabischen Emiraten auf die Konten der Enel-Mitarbeiter transferiert haben. Alle drei Männer sitzen dem Vernehmen nach in Untersuchungshaft. Dazu wollte die Leitende Oberstaatsanwältin aber keine Angaben machen. (apa/red)

28.5.2004 10:38