Privatisierung, nein danke! Gewerkschaft favorisiert den Alleingang der Post
- ÖIAG plant den Verkauf von 25% ihrer Aktien
- Gewerkschaft fürchtet Übernahme durch Deutsche Bank
·Rätselraten über Post-Teilverkauf!
Fachmagazin: Kaufpreis 125 Millionen Euro
·Post: Teilverkauf soll 263 Mio. bringen
Die ÖVP erwartet sich sogar 500 Millionen Euro
Die Posthorntöne werden immer schriller. Denn während die Staatsholding ÖIAG - sie hält 100 Prozent der Post-Anteile - möglichst rasch verkaufen will, wird der Widerstand der Gewerkschaft immer härter. Post-Personalvertreter Martin Palensky: "Dinge, die keinen Sinn machen, werden von uns auf das Schärfste bekämpft - und ein Verkauf macht keinen Sinn."
In einem ersten Schritt plant die ÖIAG, vorerst einmal 25 Prozent ihres Aktienpakets abzugeben. ÖIAG-Vorstand und Post-Aufsichtsratschef Peter Michaelis favorisiert diese Variante ebenso wie Post-General Anton Wais. Die Deutsche Post interessiert sich bereits seit Monaten für einen Einstieg bei der österreichischen Post und könnte sehr schnell als Partner gewonnen werden. Noch vor dem Sommer sollen die Weichen für den großvolumigen Deal gestellt werden.
Totalverkauf. Die Post-Gewerkschaft mit Gerhard Fritz an der Spitze fürchtet freilich, dass dies nur der Anfang wäre und die Deutsche Post nur kurz darauf die Mehrheit übernimmt. Nicht ganz zu Unrecht: Der Konzern ist mit einem Umsatz von 33,4 Milliarden Euro mehr als zwanzigmal so groß wie die heimische Post und hat bisher noch bei jeder internationalen Beteiligung über kurz oder lang die Mehrheit übernommen.
Daher wollen die Betriebsräte die Transaktion schon im Ansatz unterbinden. Palensky stellt klar: "Wir lehnen auch den Verkauf von nur 25 Prozent ab."
Gewerkschaft fordert Alleingang. Die Personalverteter fordern vehement den Alleingang der Post. Das Restrukturierungsprogramm der vergangenen Jahre habe das Unternehmen fit genug gemacht, um auch im ab 2006 vollkommen liberalisierten Postmarkt allein bestehen zu können. Als Beweis dafür nennt die Gewerkschaft unter anderem den für heuer geplanten Betriebsgewinn von mehr als 70 Millionen Euro. Post-Boss Wais hingegen sieht die Zukunft nur mit einem starken Partner abgesichert.
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