Mittwoch, 26. Mai 2004

Trotz magerer Erträge: Österreichs Mittelstand sieht optimistisch in die Zukunft

  • Frühjahrsumfrage bringt gutes Ergebnis
  • Ertragssituation bleibt weiter angespannnt

Anders als in Deutschland kommt Österreichs Mittelstand wieder in Schwung. In der Frühjahrsumfrage der Creditreform bezeichneten knapp die Hälfte der 1.807 befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als sehr gut und gut gegenüber nur 40,7 Prozent vor einem Jahr. Die Erträge bleiben allerdings noch dürftig und auch die Unternehmensinsolvenzen steigen zweistellig an.

Vor allem das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungsbranche sind optimistisch: 53,0 Prozent beziehungsweise 48,8 Prozent der Befragten halten ihre Geschäftslage für gut. Mehr als ein Drittel, nämlich 38,1 Prozent, der befragten Unternehmen kann laut Umfrage auf gestiegene Umsätze verweisen, im Vorjahr waren es nur 30,6 Prozent. Die Zahl der Unternehmen, die Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, sank im Jahresverlauf von 27,1 Prozent auf 22,9 Prozent.

Verbessert habe sich in Jahresfrist auch die Beschäftigung, betonte der Chef der Creditreform, Helmut Rödl. 23,5 Prozent der Befragten konnten ihren Personalstand aufstocken gegenüber 22,7 Prozent im Vorjahr. Der Anteil der Unternehmen, die ihren Personalstand verkleinerten, sank gegenüber dem Vorjahr von 27,4 auf 21,9 Prozent.

Die Ertragssituation im österreichischen Mittelstand bleibe allerdings trotz günstiger Geschäftslage und Umsatzentwicklung angespannt, so Rödl. Nur jeder vierte Befragte verzeichnet gestiegene Erträge. Dagegen mussten 31,8 Prozent gesunkene Erträge hinnehmen (Vorjahr: 37,5 Prozent). Besonders schlimm ist die Situation in der Bauwirtschaft, wo nur 10 Prozent der Unternehmen die Erträge steigern konnten, aber 31,2 Prozent sinkende Gewinne verkraften mussten.

Österreichs Mittelstand blickt optimistisch in die Zukunft: Fast 44 Prozent der Befragten erwarten steigende Umsätze, nur 9,0 Prozent rechnen mit Rückgängen.

(apa/red)

26.5.2004 13:29