Billig-Flieger im Aufwind: Germanwings schreibt erstmals schwarze Zahlen
- Mit fast 83 % Auslastung sogar besser als Ryanair
- Im ersten Quartal 600.000 Passagiere befördert
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Schwarze Zahlen für die Billigfluglinie Germanwings. Geschäftsführer Joachim Klein freute sich am Dienstag auf dem Flughafen Köln/Bonn, erstmal über einen Gewinn seines Unternehmens. Trotz zunehmender Konkurrenz dürfte sich das in den Sommermonaten fortsetzen.
Seit dem Start im Oktober 2002 hat Germanwings, eine Tochter von Eurowings, die wiederum zu 49 Prozent im Besitz der Lufthansa ist, die Zahl ihrer von Köln/Bonn aus startenden Flugzeuge von fünf auf elf erhöht. Von Stuttgart aus operieren seit Herbst 2003 zwei Maschinen. Im ersten Quartal 2004 hat Germanwings nach den Angaben von Klein die Passagierzahl um über 43 Prozent auf 600.000 Fluggäste steigern können und mit einer Auslastung von fast 83 Prozent sogar den Billigflug-Marktführer Ryanair übertroffen.
Im bevorstehenden Sommer würden 350.000 Passagiere pro Monat erwartet, sagte Klein. Für das ganze Jahr werden 3,2 bis 3,5 Millionen Fluggäste angepeilt, rund eine Million mehr als im Jahr 2003. Zufrieden äußerte sich Klein auch mit der Zuverlässigkeit von 99,99 Prozent. Seit Beginn des Flugbetriebs hätten nur 32 von 29.701 Flügen gestrichen werden müssen, und das ausschließlich wegen schlechten Wetters oder wegen Streiks.
Die Billigfluglinie will weiter wachsen, auch durch "Kannibalisierung anderer Segmente" wie der etablierten Fluglinien, aber zunehmend auch der Nur-Charter-Anbieter, erklärte Klein. Ein Problem könnte dabei der steigende Ölpreis darstellen. Klein äußerte die Erwartung, dass die Fluglinien in den nächsten Wochen einheitlich über Zuschläge wegen der gestiegenen Kerosinkosten entscheiden würden. "Wir lassen da die Großen vorangehen", sagte der Manager.
Klein kündigte an, Germanwings wolle ab 26. Juni auch Krakau und Zagreb anfliegen, ab 26. Juli solle Split dazu kommen. Germanwings erreiche dann von Köln aus 34 Ziele in ganz Europa. Ab 1. Juni verdoppelt die Billiglinie die Zahl der täglichen Flüge von Köln nach München auf vier; auch die wöchentliche Zahl der Flüge nach Helsinki, Stockholm, Warschau und Budapest wird aufgestockt. Über eine weitere Expansion vor allem nach Osteuropa werde nachgedacht, dazu seien aber örtliche Partner erforderlich, sagte Klein. Auch weitere Standorte im In- und Ausland würden geprüft.
Auffällig ist bei Germanwings der relativ hohe Anteil von 38 Prozent Geschäftsreisenden, wie der stellvertretende Geschäftsführer Andreas Bierwirth berichtete. 26 Prozent der Passagiere geben als Zweck des Fluges eine Städtereise an, 21 Prozent den Besuch von Verwandten oder Bekannten. Seit Monaten konstant ist nach diesen Angaben ein Neukundenanteil von rund 60 Prozent. Der Vertrieb von Germanwings läuft mit 93 Prozent der Tickets fast ausschließlich über das Internet. Die Website des Billigfliegers werde immer mehr zum Reiseportal ausgebaut, auf dem sich zum Beispiel auch günstige Hotelangebote fänden, sagte Bierwirth. (apa)
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