Dienstag, 25. Mai 2004

BAWAG P.S.K. Übernahme: Mit 30. Juni ist der ÖGB Alleineigentümer der Großbank

  • ÖGB übernimmt 46,43% von der Bayern Länderbank
  • Wettbewerbsbehörde muss noch zustimmen

Der ÖGB erwirbt per 30. Juni 2004 nach einem entsprechenden Angebot der Bayerischen Landesbank (BayernLB) sämtliche in Besitz der Bayern befindlichen Anteile an der BAWAG P.S.K und ist damit ab 1. Juli wieder Alleineigentümer der Wiener Großbank. Dies gab der ÖGB Dienstagmittag, nach einer Sitzung des Bundesvorstands bekannt. Derzeit hält die BayernLB 46,43 Prozent an der Gewerkschaftsbank.

Von der BayernLB war wiederholt der Wunsch nach Erwerb der Mehrheit an der BAWAG geäußert worden. Der ÖGB hat jedoch darauf bestanden, im Interesse seiner Mitglieder und des heimischen Kapitalmarktes - wie er heute betonte - weiterhin die Mehrheit an der BAWAG zu halten. Daher habe man sich zu diesem Aktienrückkauf entschlossen.

Neben der Neuordnung der Eigentumsverhältnisse in der BAWAG P.S.K. Gruppe sind ÖGB und BayernLB überein gekommen, die langjährige bayerisch-österreichische Zusammenarbeit mit einem weitreichenden Kooperationsvertrag neu zu besiegeln.

Die Änderung in der Eigentümerstruktur werde keine Auswirkungen auf den Geschäftsfokus der BAWAG P.S.K. Gruppe haben, so der ÖGB. Dieser werde wie bisher zum überwiegenden Teil in Österreich und den angrenzenden östlichen Nachbarländern liegen. Vor allem soll die internationale Zusammenarbeit mit der BayernLB durch den neuen Vertrag gefestigt werden.

Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen - vor allem der Aufsichts- und der Wettbewerbsbehörden - ist als Zeitpunkt der Übernahme des 46,43 Prozent-Anteils der BayernLB an der BAWAG der 30. Juni 2004 vorgesehen.

Die BAWAG P.S.K. Gruppe, die zuletzt rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigte, hat 2003 - bei einer Bilanzsumme von 50,82 Mrd. Euro - ein Betriebsergebnis von 267 Mio. Euro (plus 9,6 Prozent) geschrieben. Der Vorsteuergewinn stieg im vergangenen Jahr um 15,2 Prozent auf 145,8 Mio. Euro, unter dem Strich lag der Konzernjahresüberschuss mit 121 Mio. Euro um 71,5 Prozent höher.

Der BayernLB-Konzern hatte Ende 2003 ein Bilanzvolumen von 313,4 Mrd. Euro. Zum Ultimo 2003 beschäftigte das deutsche Geldinstitut knapp 9.100 Mitarbeiter. Das operative Ergebnis betrug im vergangenen Jahr 547 (nach 203) Mio. Euro, der Jahresüberschuss 79 (nach 255) Mio. Euro. (apa)

25.5.2004 12:31