29.5.2004 15:55

Auch Federer ausgeschieden: Das Pariser Favoritensterben geht munter weiter

  • Glatte Dreisatz-Niederlage gegen Gustavo Kuerten
  • Federer zollt "Guga" Respekt: "Er war in Topform"

Jetzt hat es auch die Nummer 1 des Turniers erwischt. Roger Federer scheitert in der dritten Runde der French Open am Ex-Roland-Garros-Champion Gustavo Kuerten. Der Brasilianer siegt 6:4, 6:4 und 6:4. Neben Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero, Andy Roddick und Andre Agassi ist Federer schon der vierte "Große" der die erste Woche in Paris nicht übersteht.

"Er war in Topform und hat verdient gewonnen. Die Zuschauer standen hinter ihm", sagte der geschlagene Federer nach seiner vierten Niederlage in diesem Jahr, während die Fans ihren Publikumsliebling feierten. "Guga" Kuerten, der vor den French Open ein Monat lang kein Match bestritten hatte, schaffte zum sechsten Mal in Folge den Sprung ins Achtelfinale.

"Die French Open bringen mich jedes Mal dazu, meine Grenzen zu überschreiten", meinte der 27-Jährige. "Ich bin glücklich, dass ich trotz meiner schlechten körperlichen Verfassung hier spielen konnte und zum ersten Mal in Paris die Nummer eins geschlagen habe", meinte Kuerten, der seit einer Operation im Februar 2002 permanent von Schmerzen in der rechten Hüfte geplagt wird.

Gegen Federer, der zuvor auf Sand in diesem Jahr nur eine Niederlage kassiert hatte und mit der Empfehlung des Turniersieges beim Masters in Hamburg an die Seine gekommen war, spielte Kuerten wie in seinen besten Tagen. Im November 2000 war er in Lissabon Weltmeister geworden und an die Spitze der Weltrangliste gestürmt.

Kuerten, der inzwischen nur noch an Position 30 der Weltrangliste geführt wird, nahm dem schlecht servierenden Federer im ersten und dritten Game des ersten Satzes den Aufschlag ab. Der Brasilianer spielte unzählige Bälle auf die Linie und raubte seinem Gegner damit wertvolle Punkte. Federer, der kaum Break-Chancen besaß, klebte zumeist an der Grundlinie, wo er Kuertens präzise Schläge nur selten kontern konnte.

Für Kuerten ist ein viertes Finale in Paris nun greifbar nahe. Im Achtelfinale trifft er auf den Spanier Feliciano Lopez oder "Lucky Loser" Hyung-Taik Lee aus Südkorea. Zudem stehen die verbliebenen Mitfavoriten Guillermo Coria (Argentinien) und Carlos Moya (Spanien) in der anderen Hälfte des Tableaus. Für Australian-Open- und Wimbledon-Vorjahressieger Sieger Federer endete hingegen der Traum vom Grand Slam - dem Gewinn der vier großen Turniere in Melbourne, Paris, London und New York innerhalb eines Jahres - früh.

Bei den Damen blieben weitere Überraschungen aus. Die als Nummer zwei gesetzte Serena Williams hat in ihrem ersten Grand-Slam-Turnier seit dem Wimbledonsieg 2003 durch ein 6:0,6:4 gegen die Kroatin Silvija Talaja ebenso das Achtelfinale erreicht wie Jennifer Capriati. Die French-Open-Siegerin von 2001 hatte beim 6:2,3:6,6:4 gegen die Russin Jelena Bowina mehr Mühe.
(apa/red)

29.5.2004 15:55
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