24.5.2004 15:11

Blamage für Agassi bei French Open: Er verliert in der 1. Runde gegen Qualifikanten

  • Scheitert am Franzosen Jerome Haehnel
  • Star erklärt Niederlage: "Die Beine werden schwerer"

Die French Open haben schon in den ersten Stunden der diesjährigen Auflage ihre große Sensation: Der als Nummer sechs gesetzte, sentimentale Favorit Andre Agassi musste sich am Montag dem völlig unbekannten Qualifikanten Jerome Haehnel aus Frankreich nach 2:02 Stunden mit 4:6,6:7(4),3:6 geschlagen geben. Der 23-jährige Haehnel hat gegen den US-Superstar sein erstes Grand-Slam-Match bestritten und ist auch noch nie auf der ATP-Tour im Einsatz gewesen. Agassi war mit 34 Jahren der älteste Teilnehmer im Hauptfeld der Herren.

Vor dem Raiffeisen-Grand-Prix in St. Pölten hatte Agassi drei Jahre lang nicht gegen einen Qualifikanten verloren, nun passierte ihm dies innerhalb von acht Tagen gleich zwei Mal. Die Niederlage an der Traisen gegen den ebenfalls unbekannten Nenad Zimonjic (SCG), der gar nur Nummer 339 im Entry-Ranking war, ist also kein Zufall gewesen. Der achtfache Grand-Slam-Sieger hat sich einfach nicht gut genug vorbereitet auf das anstrengendste der vier Major-Turniere. Agassi ist bei seinem 16. Antreten in Paris zum zweiten Mal (nach 1998 gegen Marat Safin) gleich zum Auftakt in Roland Garros gescheitert.

Agassi:" Ich habe mich nicht gut gefühlt und konnte den Ball nicht kontrollieren"
Ich würde gerne eine Erklärung dafür haben, aber das ist schwer. Allerdings habe ich nicht genug Vorbereitungsmatches auf Sand gehabt", sagte der frustrierte Agassi. Jene Zweifler, die gemeint hatten, Agassi habe in St. Pölten absichtlich verloren, sind damit wohl verstummt. Er ist einfach in schlechter Form, wie auch in Paris zu sehen war. Seine sonst so präzisen Bälle landeten immer wieder knapp im Aus, während sein erstaunlich konstanter Gegner kaum Fehler beging.

Ob er auch 2005 in Roland Garros spielen wird, ließ er offen. "Bis dahin ist noch eine lange Zeit. Ich werde nicht jünger, die Beine werden schwerer. Ich muss mir sicher etwas überlegen. Jetzt freue ich mich aber auf Wimbledon", sagte Agassi nach seinem erst sechsten Turnier in diesem Jahr und dem ersten zweiten, und wohl auch letzten Match auf Sand. Agassi muss also weiter auf seinen 800. Sieg auf der Tour warten, vielleicht gelingt es ihm auf Rasen.

Favoriten klar weiter
In die zweite Runde aufgestiegen sind hingegen zwei der Mitanwärter auf den Titel: Der als Nummer drei gesetzte Guillermo Coria hatte beim Dreisatz-Sieg über den Russen Nikolaj Dawidenko keine Mühe, und auch Carlos Moya, der Roland-Garros-Sieger von 1998, war gegen John van Lottum (NED) beim 6:3,6:4,3:6,6:2 ungefährdet. Kampfgeist, der auch im Hinblick auf das Daviscup-Duell Österreich-Großbritannien im Herbst interessant ist, bewies der Engländer Tim Henman. "Gentleman-Tim" siegte nach 0:2-Satzrückstand gegen den Franzosen Cyril Saulnier noch mit 4:6,4:6,7:6(2),6:4,6:3.

Die topgesetzte Justine Henin-Hardenne hat sich nach ihrer Virus-Erkrankung in die zweite Runde gespielt, beim 6:4,6:4 über Sandrine Testud (FRA) aber keine überzeugende Leistung geboten. "Ich bin nicht in der Form, in der ich schon war, aber ich denke, es ist genug. Ich brauche derzeit viele Ballwechsel, um einen guten Rhythmus zu bekommen", meinte die Titelverteidigerin.

(apa/red)

24.5.2004 15:11
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