Nach Remis gegen Russland: Österreich geht ohne Niederlage in die Sommerpause
- Krankl: "Mit Kopf und Herz Müdigkeit überwunden"
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Krankl: "Hirn, Kopf und Herz haben gestimmt"
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Teamchef Krankl: "Könnte schlimmer sein..."
Während Russland ohne Sieg in diesem Jahr zur Euro fährt, geht Österreich erstmals seit 1996 ohne Niederlage in die Sommerpause. Das sind die nackten Fakten nach dem Grazer 0:0 zwischen den beiden Ländern vor 9.600 Zuschauern im Schwarzenegger-Stadion. Aber viel wichtiger als das Achtungsresultat stufte Hans Krankl einen ganz anderen Aspekt ein. "Die Professionalität und Einstellung der ganzen Mannschaft war im Herzen und im Kopf schwer in Ordnung", sagte der ÖFB-Teamchef in seiner Analyse.
Damit hätten seine Mannen am Ende einer langen Saison die Müdigkeit überwunden und den EM-Starter etwa 70 Minuten Paroli geboten. "Und wir hätten gegen einen sehr guten Testgegner auch das eine oder andere Tor schießen, vielleicht sogar gewinnen können." Zeitweise war der Wiener auch mit der spielerischen Leistung zufrieden. Dass man sich in allen Bereichen vor dem heißen Herbst mit dem schweren WM-Quali-Beginn gegen England (4. September in Wien) verbessern muss, versteht sich wohl von selbst.
In taktischer Hinsicht waren die Russen, auch wenn wie Österreich nicht in stärkster Besetzung angetreten, aber allemal ein Prüfstein für die zweite Jahreshälfte, die am 18. August mit dem Länderspiel gegen Vize-Weltmeister Deutschland startet. "Wir wollten hinten kompakt stehen und waren auf Torsicherung bedacht. Aus der Abwehr haben wir einige gute Konter gespielt, leider hat's im Abschluss ein bisschen gefehlt", so der 51-jährige Krankl. Emanuel Pogatetz sah es ähnlich. "Es war für uns ein positives Spiel, wir waren engagiert und mit Glück hätten wir sogar gegen einen EM-Teilnehmer gewinnen können."
Nur ein Tor fehlte zur guten Leistung
Die Kollegen des nach Leverkusen tendierenden GAK-Abwehrrecken äußerten sich ähnlich. "Wir waren steckenweise überlegen, nur das Tor hat gefehlt, das Remis war gerecht", meinte etwa Roland Linz, und Stürmer-Kollege Roman Wallner fügte hinzu: "Wir haben uns gut verkauft, hatten Chancen zu gewinnen und Russland gut im Griff. Das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Spiele." Für Rene Aufhauser war der Punkt, den Thomas Mandl mit einer Glanztat gerettet habe, mehr als verdient. "Wenn man mental gut drauf ist, sieht man, was alles geht", so der Mittelfeld-Dauerläufer.
Nach der Kritik, das trotz des 4:1 gegen Luxemburg auf die ÖFB-Auswahl niedergeprasselt war, gaben die Elitekicker auf dem Rasen die Antwort. Krankl findet, dass seiner Elf die Außenseiterrolle besser liege als das Spiel zu machen zu müssen. Neben der Einstellung lobt er besonders die gesamte Abwehr mit Stranzl, Martin Hiden, Hieblinger und Pogatetz/Standfest. "Sie hat so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Und den Stranzl möchte ich genau auf der rechten Außenposition haben."
Schopp kraftlos, Mandl souverän
Während Kapitän Schopp (Krankl: "Er ist mit sich sehr unzufrieden, er leidet unter seiner mangelnden Spielpraxis") sichtlich die Kraft fehlte, hat Torhüter Mandl sicher wie schon lange nicht agiert. "Der Abschied von Austria hat ihn lange tief getroffen, gegen die Russen hat er es aber allen gezeigt", sagte der ÖFB-Teamchef, der in seinem 19 Länderspiel zum elften Mal (sieben Siege, vier Remis) ungeschlagen blieb. Mit dem Ablauf des Team-Frühjahrs (1:1 in der Slowakei, 4:1 gegen Luxemburg und 0:0 Russland) war Krankl nicht zufrieden.
"Weil viele Spieler, mit denen ich im Herbst stark rechne, nicht wegen Formtiefs, sondern wegen Verletzungen ausfielen." In diesem Zusammenhang nannte er vor allem Ehmann und Ivanschitz. "Ich konnte daher heuer bisher noch kein ein einziges Mal meine Wunschelf, die ich schon im Kopf habe, aufbieten", sagt der Teamchef, der sich Ivanschitz ganz links im Mittelfeld oder als hängenden Stürmer vorstellen kann.
Obwohl der EM-Starter ohne Sieg 2004 zur EM fährt und die russische Presse Kritik übte (z.B. Sport-Express: "Wir haben verloren, gegen einen schwachen Gegner ein schwaches Spiel gezeigt. ") konnte Georgi Jarzew mit dem 0:0 leben. "Wir sind ohne unsere Standard-Abwehr gekommen, die Österreicher haben sehr gut gespielt, das Resultat entsprach den Leistungen, Mandl hat gegen Radimow Österreich den Punkt gerettet", resümierte der 55-Jährige. (apa/red)
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