Donnerstag, 27. Mai 2004

Schumi auf Nürburgring Klasse für sich: F1-Weltmeister deklassiert die Konkurrenz

  • Barrichello 2., Button 3., Klien nach tapferer Fahrt 12.
  • Wegen Agnelli-Tod keine Ferrari-Feier am Nürburgring

Alles Routine: Weltmeister Michael Schumacher hat sich auch den Formel-1-Grand-Prix von Europa gesichert. Der Ferrari-Superstar siegte nach 60 Runden in seinem Heimrennen auf dem 5,148 km langen Nürburgring vor seinem brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello sowie dem Engländer Jenson Button im BAR-Honda. Monte Carlo-Sieger Jarno Trulli im Renault landete auf Platz vier, Christian Klien wurde 12.

Trotz des bereits vierten Doppelerfolgs in diesem Jahr gab es diesmal keine Ferrari-Feier. "Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass heute auf dem Podium nicht die übliche Freude herrschte. Wir mussten an diesem Wochenende leider den Tod von Fiat-Präsident Umberto Agnelli hinnehmen, der zusammen mit seinem Bruder Gianni ein großer Unterstützer von Ferrari war", erklärte "Schumi" mit ernster Miene nach seinem vierten Triumph beim Heimspiel im Rheinland. Nach dem sechsten Erfolg im siebenten WM-Lauf der Saison führt der 35-jährige Deutsche nun die Fahrerwertung mit 14 Punkten Vorsprung auf Barrichello an.

Der Pole-Mann fuhr dem Rest des Feldes mit extrem wenig Sprit an Bord - erster Stopp bereits nach sieben Runden - vom Start weg auf und davon, während für seinen Bruder Ralf, der im Vorjahr in seiner Heimat gewonnen hatte, gleich in der ersten Kurve Endstation war. Nach einer Kollision mit Juan Pablo Montoya, der vor einer Woche in Monaco Michael Schumacher während einer Safety-Car-Phase im Tunnel in die Leitschiene geschoben hatte, musste er ebenso die Segel streichen wie der Brasilianer Cristiano da Matta im Toyota, der in dieses Stallduell verwickelt wurde.

"Ich hatte einen guten Start und habe sofort den entscheidenden Vorsprung herausfahren können, um das Rennen zu gewinnen", betonte Schumacher, dessen Plus nach Ende der ersten Boxenstopp-Phase auf den ersten Verfolger, den Japaner Takuma Sato im BAR-Honda, schon über 15 Sekunden betrug.

Das Duell um Platz zwei wurde in der 46. Runde entschieden, als Sato in "Kamikaze-Manier" in der ersten Kurve nach der Start-Zielgeraden Barrichello, der im Gegensatz zum Japaner nur zwei Stopps eingelegt hatte, zwar auf Rang drei "bugsierte", jedoch dabei seinen Frontflügel so stark beschädigte, dass er zum vierten Mal an die Box musste. Wenig später explodierte dann das Honda-Aggregat in seinem BAR.

Damit verpasste der 27-Jährige erneut den ersten Podestplatz seiner Karriere, während sich sein Teamkollege Button, der Platz drei erbte, über den bereits fünften (alle in dieser Saison) freuen durfte. "Sato hat sich bei diesem Manöver wie ein Amateur verhalten. Außerdem war es total unnötig, denn er war ohnehin schneller als ich und hätte mich nachher sowieso überholen können", kritisierte Barrichello.

Katastrophal endete dagegen der halbe Heim-GP von McLaren-Mercedes. Sowohl beim finnischen Vizeweltmeister Kimi Räikkönen (in Runde 10) als auch beim Schotten David Coulthard (Runde 26) löste sich das Silberwerk-Triebwerk in Rauch auf. Nach Australien, Malaysia und Bahrain musste Räikkönen, der mit nur einem Zähler an 16. Stelle in der WM liegt, bereits den vierten Motorschaden in dieser Saison zur Kenntnis nehmen!(apa/red)

27.5.2004 16:40
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