Donnerstag, 27. Mai 2004

Ralf Schumachers Zukunft bleibt unklar: Toyota will mit Entscheidung noch warten

  • Teamchef Tomita: "In der zweiten Saisonhälfte"
  • Vorläufige Panis und da Matta Vertrauen ausgesprochen

Über Ralf Schumachers Zukunft in der Formel 1 herrscht weiterhin Unklarheit. Bei Toyota hängt der Deutsche vorerst in der Warteschleife. "Wenn eine Entscheidung über unsere Fahrerpaarung für das nächste Jahr gefallen ist, werden wir sie bekannt geben. Das wird in der zweiten Saisonhälfte geschehen", sagte Teamchef Tsutomu Tomita vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14:00 Uhr) auf dem Nürburgring.

Der Chef des in Köln beheimateten Rennstalls sprach aber vorläufig seinen Piloten Olivier Panis (Frankreich) und Cristiano da Matta (Brasilien) das Vertrauen aus: "Es gibt keine Pläne, sie während dieser Saison auszutauschen."

Momentan wird der bei Williams-BMW unzufriedene Ralf Schumacher Spekulationen zufolge bei Toyota hoch gehandelt, zuvor waren es Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld. Immer wenn ein deutscher Formel-1-Fahrer einen neuen Arbeitsplatz sucht, kommt Toyota ins Spiel. Kein Wunder, denn nicht McLaren-Mercedes oder Williams-BMW, sondern der "Kölner Rennstall" setzt als einziges Team auf einen Wagen ausschließlich "Made in Germany". "Toyotas Aktivitäten sind einzigartig, da wir den Formel-1-Wagen nur mit eigenem Know-how unter einem Dach bauen", sagt John Howett, Präsident der "Toyota Motorsport GmbH".

"Panasonic Toyota Racing überarbeitet momentan den TF104, um das Auto zu verbessern. Wir wissen, dass unsere Autos Schwächen haben. Dafür machen wir aber nicht unsere Fahrer verantwortlich", erklärte Tomita und verriet: "Wir sind dabei, eine überarbeite Version unseres Autos zu entwickeln." Der neue Bolide erfordert die obligatorischen FIA-Genehmigungen und soll im Juli erstmals getestet werden. Im Großen Preis von Deutschland in Hockenheim (25. Juli) soll der unter Regie von Mike Gascoyne entwickelte Wagen dann sein Debüt feiern.

Bis dahin gilt es, sich in Geduld zu üben. "Es ist wohl unwahrscheinlich, dass wir das Ergebnis von Monaco wiederholen können", glaubt da Matta und bemüht das Prinzip Hoffnung. "Jeder möchte sich am Nürburgring gut schlagen, auch weil es das Heimrennen für unser Team ist", sagte Panis und baut auf die Unterstützung der Toyota-Familie in der Eifel. "Mit unserer großen Motivation werden wir uns am Nürburgring selbst antreiben", kündigt Tomita weitere Großtaten an. Der berühmte Werbeslogan "Nichts ist unmöglich" soll schließlich auch in der Formel 1 irgendwann einmal Gültigkeit haben.

(apa/red)

27.5.2004 13:09
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