Vergabe der Ski-WM 2009: Schladming hofft auf den Zuschlag als Veranstalter
- "WM der kurzen Wege" soll den Ausschlag geben
- Auswahl-Prozedere erfolgt am 3. Juni in Miami
Vor der Vergabe der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2009 am 3. Juni in Miami präsentierten die Vertreter des Bewerbers Schladming in Graz ihre Vorstellungen. Eine sechsköpfige Delegation wird in Florida die Kandidatur vorstellen, als Präsentator fungiert Charly Kahr. Mit Vail (USA), Val d'Isere (FRA) und Garmisch (GER) haben die Steirer, die mit einer WM der kurzen Wege sowie der steirischen Herzlichkeit punkten wollen, allerdings sehr harte Konkurrenz.
"Der große Vorteil ist, dass hier alle an einem Strang ziehen. Von den Voraussetzungen her ist Schladming die beste Bewerbung, aber es wird auch viel vom Glück abhängen, denn es ist eine starke Konkurrenz da", meinte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der selbst als Mitglied im 16-köpfigen FIS-Vorstand, der über die Vergabe entscheidet, sitzt und auch stimmberechtigt ist. Um die restlichen 15 Stimmen zu überzeugen, so Organisator Hans Grogl, habe es mit allen FIS-Mitgliedern Gespräche gegeben. Und auch Schröcksnadel hat mit seinen Kollegen schon Vorgespräche geführt.
"Wir haben versucht, die steirische Herzlichkeit hervorzuheben. Es wäre eine WM der kurzen Wege. Alles ist zu Fuß zu erreichen und wir haben nur ein Zielstadion, in dem alle Bewerbe enden", hob Grogl hervor. Zusätzlich zur Präsentation selbst wird eine 50-köpfige mit einem Steiermark-Stand mit Schmankerln aufwarten, um Punkte für Schladming zu sammeln. Die Bewerbung kostet übrigens ca. 2,9 Millionen Euro, wobei hier auch eine mögliche nochmalige Kandidatur für die Titelkämpfe 2011 bereits beinhaltet ist.
Drei starke Mitbewerber im Rennen
"Wir fahren gut vorbereitet hin, aber wir werden etwas Glück brauchen, denn die Konkurrenz ist stark", schlug Landesrat Hermann Schützenhofer, wie auch Helmut Lexa als steirischer Skiverbands-Präsident ebenfalls Mitglied der Delegation, in dieselbe Kerbe seiner Vorredner. Mit Hans Knauß und Ex-Star Michael Tritscher sind auch zwei Leute im Boot, die die Strecken dieser Welt kennen. "Ich kenne alle Orte. Nach rein sportlichen Kriterien wäre Schladming der beste Ort, daher hoffe ich, dass der Sport im Vordergrund steht. Wir haben schon oft bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen ein Chaos erlebt", sagte Tritscher.
Trainerlegende Charly Kahr freute sich, dass er der Präsentator der Bewerbung sein darf. "Es wäre schön, wenn wir die WM schon 2009 bekommen würden, denn das erste Skirennen in Schladming hat 1909 stattgefunden. Aber ich bin Realist. Es sind noch drei Kaliber da, die wir nicht unterschätzen dürfen." Eine nicht unwesentliche Rolle dürfte auch spielen, wann die jeweiligen Bewerberländer zuletzt Titelkämpfe ausgetragen haben, und in dieser Hinsicht ist Österreich als Veranstalter 2001 in St. Anton sicher nicht Favorit. Frankreich hat 1962, Deutschland 1978 und die USA 1999 zuletzt eine WM ausgetragen.
Das Prozedere der Wahl, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag MESZ stattfindet, ist einfach. Es wird solange gewählt, bis ein Bewerber die Mehrheit von neun Stimmen hat, der jeweils letzte scheidet aus. (apa/red)
