Wer will mich? Pepi Strobl ist für den deutschen Verband vorerst "kein Thema"
- ÖSV-Asse tanken bereits Kraft für die neue Saison
- Verjüngungswelle im "Power-Team" ist voll im Gange

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"Lieber gar nicht am Start, als noch eine Saison ÖSV"
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Im 2. Anlauf wurde der
Herminator ausgezeichnet
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Hans Knauß künftig auf Fischer-Ski unterwegs
Für den Deutschen Skiverband (DSV) ist ein Wechsel von Josef Strobl derzeit "kein Thema". Das sagte DSV-Alpinchef Walter Vogel. "Mit solchen Dingen befassen wir uns erst, wenn der dafür notwendige Wechsel der Staatsbürgerschaft geklärt ist", erklärte Vogel. Strobl hatte sich vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) abgemeldet. Ob und für welche andere Nation der 30-jährige Abfahrts-Spezialist im alpinen Weltcup starten wird, ist noch offen. Mit Konditionskursen in der österreichischen Thermenwelt haben unterdessen die ÖSV-Ski-Stars die Vorbereitungsphase für die WM-Saison 04/05 eingeläutet.
ÖSV-Alpinchef Hans Pum und Herren-Coach Toni Giger hatten zuvor bestätigt, dass sich der Tiroler vom ÖSV abgemeldet hat. "Wir werden ihm nichts in den Weg legen - dazu stehen wir", erklärte Pum. Strobl hat für den ÖSV sechs Weltcup-Rennen gewonnen, war zuletzt aber bei Großereignissen nicht berücksichtigt worden.
Pum verwies allerdings auf das Regelwerk des Internationalen Skiverbandes (FIS). Dieses sieht für einen Athleten, der die Nation wechselt, eine "Stehzeit" von einem Jahr vor. Eine Ausnahme gibt es nur in Form einer Sondergenehmigung durch den FIS-Vorstand. "Diese wird jedoch leichter erteilt, wenn sich der Verband nicht querlegt", gibt Pum Strobl gute Chancen auf den Erhalt.
Konditionstraining für unsere Asse
Während die WC 4 mit Hermann Maier, Benjamin Raich und Co. in der oberösterreichischen Therme Geinberg schwitzt, feilen die WC 3 sowie die Abfahrts-Gruppe mit Hans Knauß, Fritz Strobl und Co. im steirischen Bad Waltersdorf an der körperlichen Grundlage. "Die Schneepause tut allen gut, wir müssen wieder die Freude auf den Schnee fördern", meinte Andreas Evers, der Chef der Allrounder-Trainingsgruppe WC 4.
Unterdessen setzte sich mit dem bekannt gewordenen Abgang von Josef Strobl die Verjüngungswelle innerhalb des ÖSV munter fort. Der 30-jährige Pepi Strobl, der schriftlich seinen Abschied aus dem ÖSV bekannt gegeben hat und einen Nationenwechsel anstrebt, ist nach Christian Greber (32), Peter Rzehak (34) und Heinz Schilchegger (30) der nächste namhafte Verlust für das rot-weiß-rote Power-Team: Zudem spekulieren ja nach wie vor Stephan Eberharter (35) und Hannes Trinkl (36) mit einem Rückzug. Langsam aber sicher rückt die Zeit der Nachfolger für Erfolgsgaranten wie Maier und Eberharter näher.
Neue Talente braucht das Land
Stellvertretend dafür steht in der WC-4-Gruppe, dem Sammelbecken der Allrounder, der 21-jährige Mario Scheiber, der mit Hilfe seiner etablierten Trainingskameraden Maier, Raich, Walchhofer und Christoph Gruber den Anschluss an die Weltspitze schaffen soll. "Für mich ist das eine vorteilhafte Situation. Ich lerne jede Menge, denn alle verfügen über jahrelange Erfahrung", meinte der Osttiroler, der sich im April 2003 eine schwere Trainingsverletzung im linken Knie zugezogen hatte.
Mittlerweile hat Scheiber (u.a. ÖSV-Riesentorlauf-Vizemeister 2004 und Junioren-Weltmeister im Riesentorlauf 2003) die Verletzungsfolgen hinter sich gelassen und eine Karriere a la Benni Raich im Hinterkopf. "Ich fahre alle vier Disziplinen - und das nicht unbedingt schlecht", weiß Scheiber, der in der Therme Geinberg unter der Obhut von Gruppentrainer Evers, Herrenchef Toni Giger, ÖSV-Alpinchef Hans Pum und Heinrich Bergmüller vom Olympiastützpunkt Obertauern trainiert.
Allrounder Scheiber in den Startlöchern
Zunächst wird Scheiber in der Abfahrt Weltcup-Luft schnuppern, danach wird sich entscheiden, ob noch eine Saison Europacup, oder doch weiterhin der Weltcup auf der Programm steht. "Wir wollen ihn langsam zum Allrounder aufbauen, er soll von den Topleuten profitieren", stellte Giger klar. Ganz nach dem Vorbild des Pitztalers Raich, der auch kommende Saison einer der schärfsten Herausforderer von Gesamt-Weltcup-Sieger Maier werden dürfte. "Ziel bleibt es, alle vier Disziplinen zu fahren", so Raich. Und Giger fügte hinzu: "Das war erst der Anfang - alle Rennen zu bestreiten, ist aber fast unmöglich."
"Vielleicht hilft Miller uns ja weiter"
Ein wenig nachdenklich beobachtet Giger die Entwicklung bei Atomic. Während man auf der einen Seite US-Star Bode Miller an Bord geholt hat, gab es u.a. mit Gruber und Knauß klingende ÖSV-Abgänge. "Es sind nur noch wenige Atomic-Fahrer, das ist für uns eine ganz neue Situation, in der vor allem auf die Trainer sehr, sehr viel Arbeit wartet", meinte Giger. Dass Raich und Maier mit Miller ihren wohl aussichtsreichsten Herausforderer im eigenen Boot sitzen haben, sieht Raich gelassen: "Eine unerwartete Entwicklung, aber sicher eine Bereicherung. Vielleicht hilft er uns ja weiter."
Gespannt wartet man im ÖSV weiterhin auf die Entscheidung von Stephan Eberharter, der Zillertaler will ja in naher Zukunft über die Fortsetzung seiner Karriere entscheiden. "Ich habe Eberharter weiter in meinen Planungen. Ich hoffe, dass er weitermacht, denn in der Abfahrt ist er nach wie vor unheimlich stark", hofft Giger. (apa/red)
